Dr. Jerald F. Dirks
Ordinierter Priester der Vereinigten Methodistenkirche – Absolvent der Harvard Divinity School – Doktortitel in klinischer Psychologie – Autor von The Cross and the Crescent
🏫 Aufgewachsen im christlichen Glauben
Eine meiner frühesten Kindheitserinnerungen ist das Läuten der Kirchenglocke am Sonntagmorgen in der kleinen ländlichen Stadt, in der ich aufgewachsen bin. Wir gingen regelmäßig in die Kirche. Als Teenager war ich in der Methodistenjugend aktiv und begann, in verschiedenen Kirchen zu predigen. Im Alter von 17 begann ich am Harvard College und festigte meinen Entschluss, Geistlicher zu werden.
🏫 Die Krise: Was das Seminar lehrte
Die Ironie liegt darin, dass die besten und idealistischsten künftigen Priester für die beste Ausbildung ausgewählt werden – die Harvard Divinity School. Dort wurde ich der historischen Wahrheit ausgesetzt:
- Die Formierung der frühen Kirche durch geopolitische Betrachtungen
- Der „ursprüngliche“ Wortlaut verschiedener Bibeltexte, der oft im starken Kontrast zu dem steht, was Christen lesen
- Die Entwicklung der Konzepte „Dreieinige Gottheit“ und „Gottessohnschaft Jesu“
- Die Existenz frühchristlicher Bewegungen, die die Trinität nie annahmen
Die meisten Absolventen solcher Seminare verlassen es nicht, um zu predigen, was sie als unwahr erkannt haben. So erwarb auch ich zunächst den Magister und Doktortitel in klinischer Psychologie. Ich nannte mich weiterhin Christ, hatte aber jeglichen Glauben an die Dreieinigkeit oder die Göttlichkeit Jesu verloren.
🏭 Die Begegnung mit Jamal
Im Sommer 1991 bekamen wir geschäftlichen Kontakt mit einem ägyptischen Muslim namens Jamal. Was mich beeindruckte: Er predigte uns nie über den Islam. Er fragte mich nie nach meinen religiösen Ansichten. Er zeigte uns einfach sein Beispiel – wie er seine Gebetszeiten einhielt, wie er sein Leben auf hohen moralischen Werten führte, wie er mit seinen Kindern umging.
In den folgenden 16 Monaten verbrachten meine Frau und ich 75% unseres sozialen Lebens mit arabischen Muslimen. Je mehr ich beobachtete, desto mehr fiel mir auf: Die Ehen waren stabil, Ehrlichkeit und Familienwerter wurden betont. Die amerikanische Gesellschaft mochte moralisch bankrott sein – diese muslimische Gemeinschaft schien anders zu sein.
🌟 Das entscheidende „Ja“ in Amman
Während einer Reise in den Mittleren Osten begegnete mir in einer kleinen Straße in Amman ein älterer Mann, der fragte: „Muslim?“ Es gab keinen Übersetzer, keine Möglichkeit, mich hinter meinem sorgfältig vorbereiteten Monolog zu verstecken. Meine Wahl war auf zwei Wörter reduziert: „Ja“ oder „Nein“.
Gepriesen sei Gott – ich antwortete: „Naʿam.“ Mit diesem einen Wort ließ ich alle intellektuellen Wortspiele hinter mir. Meine Frau wurde ungefähr zur selben Zeit Muslima.