Navigation
Startseite Dialog der Religionen Über uns Kontakt

Der Weg...

Der Monotheismus war der Weg aller Propheten Gottes – in der Thora, im Evangelium und im Qur'an. Von Dr. Lamia Shahin – Beitrag zum interreligiösen Dialog – 03. August 2006

❤️ Jesus – gesandt an die Kinder Israels

Der Monotheismus war der Weg aller Propheten Gottes in der Thora, im Evangelium und im Qur'an. Jesus (Friede sei mit ihm) wurde von Gott an die Juden, die Kinder Israels, gesandt, als diese die Lehre Moses in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr befolgten. Er erinnerte sie an das wichtigste aller Gebote:

„Das erste (Gebot) ist: Höre Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr."
Markus 12:29

Niemals sagte er, man solle ihn anbeten, sondern er betonte immer, dass man nur Gott allein dienen soll:

„Vor dem Herrn, deinem Gott sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen."
Lukas 4:8

Er erinnerte die Juden daran, sich an Gottes Gesetze zu halten:

„Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn ich sage euch wahrlich: Bis dass Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis alles geschehe."
Matthäus 5:17–18

Seine Botschaft war nur an die Juden, die Kinder Israels, gerichtet. Er trug seinen Jüngern auf, nur zu den Juden zu predigen:

„Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt."
Matthäus 15:24
„Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht zu den Heiden und betretet keine Stadt der Samariter, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel."
Matthäus 10:5–6

⚠️ Paulus und die Abkehr von der Lehre Jesu

Jedoch blieb auch die Lehre Jesu, das Evangelium Gottes, nicht lange in ihrer ursprünglichen Form erhalten, denn schon bald, nachdem er nicht mehr auf der Erde weilte, behauptete Paulus, er habe ihn in einer Vision gesehen, und begann, die Lehren Jesu mit seinen eigenen Gedanken zu durchsetzen.

Paulus hob das Gesetz auf:

„Doch weil wir wissen, dass der Mensch durch des Gesetzes Werke nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Christus Jesus, sind auch wir gläubig geworden an Christus Jesus, damit wir gerecht werden durch den Glauben an Christus und nicht durch des Gesetzes Werke; denn durch des Gesetzes Werke wird kein Fleisch gerecht."
Brief an die Galater 2:16

Er beschloss, einige Dinge vom Gesetz auszulassen und einiges zu bewahren:

„Denn beschlossen haben der heilige Geist und wir, euch keine Last weiter aufzulegen als nur diese nötigen Stücke, dass ihr euch enthaltet vom Götzenopfer und vom Blut und vom Erstickten und von Unzucht..."
Apostelgeschichte des Lukas 15:28–29

Deshalb, weil sie Paulus und nicht Jesus folgen, betrachten die Christen den Genuss von Schweinefleisch und das Zinsnehmen als erlaubt, obwohl es in der Bibel deutlich anders steht:

„...das Schwein – da es zwar gespaltene Klauen hat, aber kein Wiederkäuer ist, hat es euch als unrein zu gelten –; ihr dürft weder von ihrem Fleische genießen, noch ihr Aas anrühren."
Deuteronomium 14:8
„Du darfst von deinem Volksgenossen keinen Zins nehmen, weder Zins für Geld noch Zins für Nahrungsmittel..."
Deuteronomium 23:20–21

Paulus behauptete als Erster, dass Jesus „Gottes Sohn" im wahrsten Sinne sei:

„Und alsbald predigte er in den Synagogen von Jesus, dass dieser Gottes Sohn sei."
Apostelgeschichte des Lukas 9:20
„Sie entsetzten sich aber alle, die es hörten;..."
Apostelgeschichte 9:21

Die Bezeichnung „Gottes Sohn" wurde zwar schon lange in der Bibel verwendet, jedoch in einem völlig anderen Sinne – als Metapher für Gottgefälligkeit:

„Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, die an seinen Namen glauben."
Johannes 1:12
„Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen."
Matthäus 5:9
„Und du sollst zu ihm (Pharao) sagen: So spricht der HERR: Israel ist mein erstgeborener Sohn."
Exodus 4:22
„Auch von Adam, der weder Vater noch Mutter hatte: ...der war Gottes."
Lukas 3:38

Jesus selbst sagte über sich, dass er ein Mensch und der Sohn eines Menschen ist:

„...und er hat ihm Macht gegeben, das Gericht zu halten, weil er des Menschen Sohn ist."
Johannes 5:27
„Nun aber sucht ihr mich zu töten, einen solchen Menschen, der ich euch die Wahrheit gesagt habe, die ich von Gott gehört habe."
Johannes 8:40

Leider setzte sich Paulus' Behauptung dennoch durch, und dies war der erste verheerende Schritt, der im Laufe von drei Jahrhunderten weg von der reinen Glaubenslehre des Monotheismus bis hin zur Trinität führte. (Konzil zu Nicäa 325 n.Chr.)

📖 Im Qur'an wird der Status Jesu wiederhergestellt

„Der Messias, der Sohn der Maria, war nur ein Gesandter; gewiss, andere Gesandte sind vor ihm dahingegangen. Und seine Mutter war eine Wahrheitsliebende; beide pflegten sie Speise zu sich zu nehmen..."
Quran 5:75
„Und als Jesus ihren (der Juden) Unglauben wahrnahm, sagte er: ‚Wer sind meine Helfer (auf dem Weg) zu Allah?' Die Jünger sagten: ‚Wir sind Allahs Helfer; wir glauben an Allah, und (du sollst) bezeugen, dass wir (Ihm) ergeben (Muslime) sind.'"
Quran 3:52
„Und da sprach Jesus, der Sohn der Maria: ‚O ihr Kinder Israels, ich bin Allahs Gesandter bei euch, der Bestätiger dessen, was von der Thora vor mir gewesen ist...'"
Quran 61:6

📜 Muhammad – in der Thora angekündigt

Um Seine so veränderte Religion wieder zu berichtigen und zu festigen, sandte Allah den Propheten Muhammad (ﷺ) mit dem Qur'an, der letzten Mahnung und frohen Botschaft für die ganze Menschheit und für alle kommenden Zeiten. Der Prophet Muhammad (ﷺ) wurde schon in der Thora vorausgesagt:

„Einen Propheten wie dich werde ich ihnen aus der Mitte ihrer Brüder erstehen lassen; ihm werde ich meine Worte in den Mund legen, und er hat ihnen alles zu verkünden, was ich ihm gebiete. Doch wer meine Worte nicht hören wird, die er in meinem Namen redet, von dem will ich's fordern."
Deuteronomium 18:18–19

„wie dich" – Es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen Moses (as) und Muhammad (ﷺ), die sie beide von Jesus (as) unterscheiden: Beide wurden auf natürliche Art geboren und starben eines natürlichen Todes. Beide waren verheiratet und hatten Kinder. Beide fungierten als Staatsmänner, die ihrem Volk ein neues Gesetz von Gott brachten. Die ihnen offenbarten Schriften – die Thora und der Qur'an – waren schon zu ihren Lebzeiten festgehalten.

„aus der Mitte ihrer Brüder" – Abraham (as) hatte zwei Söhne: Ismael und Isaak. Aus Ismaels Nachkommen ging der Prophet Muhammad (ﷺ) hervor. Aus Isaak und seinem Sohn Jakob, der auch Israel genannt wurde, ging das Volk Israel hervor. Wäre mit diesem Propheten Jesus gemeint, so sollte der Vers lauten: „Ein Prophet aus ihnen selbst." Aber es heißt: „aus der Mitte ihrer Brüder", was auf Ismael hinweist.

„ihm werde ich meine Worte in den Mund legen" – Muhammad (ﷺ) sprach nicht aus eigenem Antrieb, sondern nur das, was Allah ihm eingab:

„Noch spricht er aus Begierde (eigenem Antrieb). Vielmehr ist es eine Offenbarung, die (ihm) eingegeben wird."
Quran 53:3–4

„die er in meinem Namen redet" – Jede Sure des Qur'ans (bis auf eine) beginnt mit den Worten: „Bismillah" = „Im Namen Gottes".

📢 Muhammad – auch im Evangelium angekündigt

„Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat... Aber ich sage euch die Wahrheit: es ist euch gut, dass ich hingehe. Denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der „Tröster" nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden..."
Johannes 16:5–11
„Und ich will den Vater bitten, und Er wird euch einen „anderen Tröster" geben, dass er bei euch sei ewiglich."
Johannes 14:16
„Wenn aber der „Tröster" kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird zeugen von mir."
Johannes 15:26

Das ursprünglich gebrauchte Wort, welches später aus dem Griechischen mit „Tröster" übersetzt wurde, bedeutet in Wirklichkeit „der (Gott) viel Preisende", was die wörtliche Übersetzung des arabischen „Ahmad" ist – einer anderen Form des Namens Muhammad.

„Und da sagte Jesus, der Sohn der Maria: ‚O ihr Kinder Israels, ich bin Allahs Gesandter bei euch, der Bestätiger dessen, was von der Thora vor mir gewesen ist, und Bringer der frohen Botschaft eines Gesandten, der nach mir kommen wird. Sein Name wird Ahmad sein.'"
Quran 61:6

🌟 Allah bestätigt im Heiligen Qur'an

„Er verordnete für euch die Religion, die er Noah anbefahl und die Wir dir offenbart haben und die Wir Abraham und Moses und Jesus anbefohlen haben. Nämlich (die), in der Einhaltung der Religion treu zu bleiben und euch deswegen nicht zu spalten..."
Quran 42:13
„....Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meine Gnade an euch vollendet und euch den Islam zum Glauben erwählt...."
Quran 5:3
„O ihr Leute der Schrift! Übertreibt nicht in eurer Religion und sprecht über Allah nur die Wahrheit. Der Messias Jesus, der Sohn der Maria, war ein Gesandter Allahs und Sein Wort, das Er Maria entbot, mit einer Seele, geschaffen von Ihm. So glaubt an Allah und Seinen Gesandten und sprecht nicht: ‚Drei.' Lasst davon ab, das ist für euch besser. Allah ist nur ein einziger Gott. Er ist hoch darüber erhaben, dass Er einen Sohn haben sollte! Sein ist, was in den Himmeln und was auf Erden ist. Und Allah genügt als Beschützer."
Quran 4:171
Von Ubada wurde überliefert, dass der Prophet (ﷺ) sagte: „Wenn jemand bezeugt, dass niemand außer Allah allein angebetet werden darf, der keine Partner hat und dass Muhammad Sein Diener und Sein Gesandter ist und dass Jesus Sein Diener und Sein Gesandter ist und Sein Wort, welches Er Maria entboten hat und eine Seele von Ihm, und dass das Paradies wahr ist und die Hölle wahr ist, wird Allah ihn mit seinen Taten ins Paradies eingehen lassen, auch wenn es nur wenige Taten waren."
Sahih Al-Bukhari, Band 4, Buch 55, Nr. 644
Möchte man also wirklich Gottes Willen erfüllen und Seinen Weg gehen, so muss man sich genau überlegen, was man befolgen möchte: die veränderten Lehren der Thora (das Judentum), den Weg des Paulus (das heutige Christentum), oder den Weg, den Allah seit allen Zeiten für uns erwählt hat – den Islam.

Fußnoten & Abkürzungen

swt – Ehre und Preis sei Ihm  |  sas – Allah schenke ihm Frieden und Heil  |  as – Friede sei mit ihm

Bibelzitate aus: 1.) „Die Bibel, die Heilige Schrift des Alten und Neuen Bundes", Sonderausgabe 1965/75, Herder-Bücherei. 2.) „Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testamentes", nach der Übersetzung Martin Luthers, Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart.

Qur'anzitate aus: 1.) „Al Qur'an Al-Karim und seine ungefähre Bedeutung in deutscher Sprache", IB Verlag Islamische Bibliothek, Köln. 2.) „Der edle Qur'an und die Übersetzung seiner Bedeutungen in die deutsche Sprache", Übersetzung von Frank Bubenheim und Dr. Nadeem Elyas, König-Fahd-Komplex, Madina.

✍️ Von Dr. Lamia Shahin – Beitrag zum interreligiösen Dialog – 03. August 2006