Es wird von einigen, die die arabische Grammatik nicht wie die echten Araber beherrschen, behauptet, dass der Koran viele grammatikalische Fehler enthält.
Sie vergessen dabei, dass der Koran ein Wunder Allahs ist, welches zu Muhammad (ﷺ) herabgesandt wurde. Der Koran wurde zu einer Zeit offenbart, als alle Araber Hocharabisch sprachen – es war die Höchstblüte der arabischen Dichtkunst. Die Araber veranstalteten regelmäßige Dichterwettbewerbe; die besten Gedichte wurden mit goldenen Buchstaben an die Kaaba gehängt (Al-Muallakat).
Wenn die Araber auf die Herausforderung des Propheten hätten reagieren können, hätten sie seinen Machtanspruch leicht gebrochen. Dass sie es nicht konnten, ist der stärkste Beweis: Der Koran wurde in reiner hocharabischer Sprache offenbart – und kein echter Araber hat je einen Fehler darin beanstandet.
📖 Die 12 angeblichen Grammatikfehler – und die Antworten der Gelehrten
① Angeblicher Fehler 1: Sure Al-Maida (Der Tisch), Vers 69
Vorwurf: Das Wort Saabiʾuuna steht im Nominativ, sollte aber im Akkusativ stehen (Saabiʾiina), da das Verb inna am Satzanfang den Akkusativ verlangt.
Al-Suyuti: Al-Itqan fi Ulum-al-Quran, S. 212 | Al-Samachschari: Al-Kaschaf, S. 328–329 | Al-Qurtubi: Tafsir, S. 1219 | Sibaweeh: Al-Kitab, S. 122
① Angeblicher Fehler 2: Sure An-Nisāʼ (Die Frauen), Vers 162
Vorwurf: Das Wort muqiimiin steht im Akkusativ statt im Nominativ wie die anderen Wörter des Satzes.
Al-Suyuti: Al-Itqan, S. 212, 300 | Al-Samachschari: Al-Kaschaf, S. 296 | Al-Baghdadi: Khisanat-ul-Adab, S. 629, 655
① Angeblicher Fehler 3: Sure Taha, Vers 63
Vorwurf: Das Wort saahiraan steht im Nominativ, sollte aber im Akkusativ stehen (saahirayn).
Al-Suyuti: Al-Itqan, S. 212, 172, 178 | Al-Qurtubi: Tafsir, S. 2242–2243 | Ibn Manthur: Lissan al-Arab
① Angeblicher Fehler 4: Sure Al-Baqara (Die Kuh), Vers 177
Vorwurf: Fünf scheinbare Grammatikfehler: Verbzeitform und eine falsche Deklinationsendung.
Al-Samachschari: Al-Kaschaf, S. 109 | Al-Qurtubi: Tafsir, S. 325–326 | Al-Suyuti: Al-Itqan, S. 309
① Angeblicher Fehler 5: Sure Āal Imran, Vers 59
Vorwurf: Das Verb yakuun bedeutet wörtlich „ist“ statt „war“.
Al-Suyuti: Al-Itqan, S. 212 | Sibaweeh: Al-Kitab, S. 185 | Al-Samachschari: Al-Kaschaf, S. 91
① Angeblicher Fehler 6: Sure „Die Propheten“, Vers 53
Vorwurf: Das Verb ʾasarru steht in der Pluralform statt in der Singularform.
Sibaweeh: Al-Kitab, S. 98 | Al-Samachschari: Al-Kaschaf, S. 775 | Al-Qurtubi: Tafsir, S. 2270
① Angeblicher Fehler 7: Sure Al-Hajj (die Pilgerfahrt), Vers 19
Vorwurf: Das Verb ʾikhtasamuu (Plural) statt der Dualform ʾikhtasamaa.
Al-Samachschari: Al-Kaschaf, S. 799 | Al-Qurtubi: Tafsir, S. 2322 | Ibn Manthur: Lissanul-Arab, S. 1576
① Angeblicher Fehler 8: Sure Al-Hujurat (die Räume), Vers 9
Vorwurf: Derselbe Dual/Plural-Fehler wie in Vers 7.
Al-Qurtubi: Tafsir, S. 1687 | Al-Samachschari: Al-Kaschaf, S. 483
① Angeblicher Fehler 9: Sure Al-Munafiqun (die Heuchler), Vers 10
Vorwurf: Das Verb ʾakun fehlt die Subjunktivformendung.
Al-Suyuti: Al-Itqan, S. 320 | Al-Samachschari: Al-Kaschaf, S. 1262 | Al-Qurtubi: Tafsir, S. 3414
① Angeblicher Fehler 10: Sure Fussilat, Vers 11
Vorwurf: Das Adverb taaʼiʼiin (maskulin Plural) stimmt nicht mit dem femininen Dual-Subjekt überein.
Al-Suyuti: Al-Itqan, S. 273 | Abu Ubeidah: Magasul-Quran
① Angeblicher Fehler 11: Sure Al-Aaraf, Vers 56
Vorwurf: Das Wort qariibun (maskulin) stimmt nicht mit dem femininen Subjekt rahmata überein.
Al-Qurtubi: Tafsir, S. 466, 1432 | Ibn Manthur: Lissan-ul-Arab, S. 4607–4608 | Ibn Hisham: Mughni Al-Labib
① Angeblicher Fehler 12: Sure Al-Araaf, Vers 160
Vorwurf: Das gezählte Wort asbaatan (Plural) steht nach einem Zahlwort > 10, sollte aber im Singular stehen.
Al-Qurtubi: Tafsir, S. 1466 | Ibn Manthur: Lissan-ul-Arab, S. 2519 | Al-Baghdadi: Khisanat-ul-Adab, S. 1059
✅ Fazit
Alle von Gott gesandten Propheten haben ihre Prophetenschaft durch Wunder bewiesen. Die Wunder anderer Propheten (Heilung, Meerspaltung) sind uns nur durch Überlieferungen bekannt. Das Wunder des Propheten Muhammad – der Koran – ist das einzige Wunder, das bis heute sichtbar und prüfbar ist. Wer sich unvoreingenommen und tiefgehend damit beschäftigt, wird ihn als Beweis für die Prophetenschaft Muhammads anerkennen.