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Grammatikfehler im Koran? Oder doch nur zu wenig Ahnung?

12 angebliche Grammatikfehler im Koran und die Antworten klassischer arabischer Gelehrter

✍️ Von Dr. Tawfiq Al-Haj Mustafa – Übersetzt von Fethi Abdallah – Überarbeitet von Way-to-Allah.com
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Es wird von einigen, die die arabische Grammatik nicht wie die echten Araber beherrschen, behauptet, dass der Koran viele grammatikalische Fehler enthält.

Sie vergessen dabei, dass der Koran ein Wunder Allahs ist, welches zu Muhammad (ﷺ) herabgesandt wurde. Der Koran wurde zu einer Zeit offenbart, als alle Araber Hocharabisch sprachen – es war die Höchstblüte der arabischen Dichtkunst. Die Araber veranstalteten regelmäßige Dichterwettbewerbe; die besten Gedichte wurden mit goldenen Buchstaben an die Kaaba gehängt (Al-Muallakat).

Wenn die Araber auf die Herausforderung des Propheten hätten reagieren können, hätten sie seinen Machtanspruch leicht gebrochen. Dass sie es nicht konnten, ist der stärkste Beweis: Der Koran wurde in reiner hocharabischer Sprache offenbart – und kein echter Araber hat je einen Fehler darin beanstandet.

📖 Die 12 angeblichen Grammatikfehler – und die Antworten der Gelehrten

① Angeblicher Fehler 1: Sure Al-Maida (Der Tisch), Vers 69

Vorwurf: Das Wort Saabiʾuuna steht im Nominativ, sollte aber im Akkusativ stehen (Saabiʾiina), da das Verb inna am Satzanfang den Akkusativ verlangt.

📚 Klassische islamische Gelehrte widerlegen diesen Vorwurf in:
Al-Suyuti: Al-Itqan fi Ulum-al-Quran, S. 212 | Al-Samachschari: Al-Kaschaf, S. 328–329 | Al-Qurtubi: Tafsir, S. 1219 | Sibaweeh: Al-Kitab, S. 122

① Angeblicher Fehler 2: Sure An-Nisāʼ (Die Frauen), Vers 162

Vorwurf: Das Wort muqiimiin steht im Akkusativ statt im Nominativ wie die anderen Wörter des Satzes.

📚 Klassische islamische Gelehrte widerlegen diesen Vorwurf in:
Al-Suyuti: Al-Itqan, S. 212, 300 | Al-Samachschari: Al-Kaschaf, S. 296 | Al-Baghdadi: Khisanat-ul-Adab, S. 629, 655

① Angeblicher Fehler 3: Sure Taha, Vers 63

Vorwurf: Das Wort saahiraan steht im Nominativ, sollte aber im Akkusativ stehen (saahirayn).

📚 Klassische islamische Gelehrte widerlegen diesen Vorwurf in:
Al-Suyuti: Al-Itqan, S. 212, 172, 178 | Al-Qurtubi: Tafsir, S. 2242–2243 | Ibn Manthur: Lissan al-Arab

① Angeblicher Fehler 4: Sure Al-Baqara (Die Kuh), Vers 177

Vorwurf: Fünf scheinbare Grammatikfehler: Verbzeitform und eine falsche Deklinationsendung.

📚 Klassische islamische Gelehrte widerlegen diesen Vorwurf in:
Al-Samachschari: Al-Kaschaf, S. 109 | Al-Qurtubi: Tafsir, S. 325–326 | Al-Suyuti: Al-Itqan, S. 309

① Angeblicher Fehler 5: Sure Āal Imran, Vers 59

Vorwurf: Das Verb yakuun bedeutet wörtlich „ist“ statt „war“.

📚 Klassische islamische Gelehrte widerlegen diesen Vorwurf in:
Al-Suyuti: Al-Itqan, S. 212 | Sibaweeh: Al-Kitab, S. 185 | Al-Samachschari: Al-Kaschaf, S. 91

① Angeblicher Fehler 6: Sure „Die Propheten“, Vers 53

Vorwurf: Das Verb ʾasarru steht in der Pluralform statt in der Singularform.

📚 Klassische islamische Gelehrte widerlegen diesen Vorwurf in:
Sibaweeh: Al-Kitab, S. 98 | Al-Samachschari: Al-Kaschaf, S. 775 | Al-Qurtubi: Tafsir, S. 2270

① Angeblicher Fehler 7: Sure Al-Hajj (die Pilgerfahrt), Vers 19

Vorwurf: Das Verb ʾikhtasamuu (Plural) statt der Dualform ʾikhtasamaa.

📚 Klassische islamische Gelehrte widerlegen diesen Vorwurf in:
Al-Samachschari: Al-Kaschaf, S. 799 | Al-Qurtubi: Tafsir, S. 2322 | Ibn Manthur: Lissanul-Arab, S. 1576

① Angeblicher Fehler 8: Sure Al-Hujurat (die Räume), Vers 9

Vorwurf: Derselbe Dual/Plural-Fehler wie in Vers 7.

📚 Klassische islamische Gelehrte widerlegen diesen Vorwurf in:
Al-Qurtubi: Tafsir, S. 1687 | Al-Samachschari: Al-Kaschaf, S. 483

① Angeblicher Fehler 9: Sure Al-Munafiqun (die Heuchler), Vers 10

Vorwurf: Das Verb ʾakun fehlt die Subjunktivformendung.

📚 Klassische islamische Gelehrte widerlegen diesen Vorwurf in:
Al-Suyuti: Al-Itqan, S. 320 | Al-Samachschari: Al-Kaschaf, S. 1262 | Al-Qurtubi: Tafsir, S. 3414

① Angeblicher Fehler 10: Sure Fussilat, Vers 11

Vorwurf: Das Adverb taaʼiʼiin (maskulin Plural) stimmt nicht mit dem femininen Dual-Subjekt überein.

📚 Klassische islamische Gelehrte widerlegen diesen Vorwurf in:
Al-Suyuti: Al-Itqan, S. 273 | Abu Ubeidah: Magasul-Quran

① Angeblicher Fehler 11: Sure Al-Aaraf, Vers 56

Vorwurf: Das Wort qariibun (maskulin) stimmt nicht mit dem femininen Subjekt rahmata überein.

📚 Klassische islamische Gelehrte widerlegen diesen Vorwurf in:
Al-Qurtubi: Tafsir, S. 466, 1432 | Ibn Manthur: Lissan-ul-Arab, S. 4607–4608 | Ibn Hisham: Mughni Al-Labib

① Angeblicher Fehler 12: Sure Al-Araaf, Vers 160

Vorwurf: Das gezählte Wort asbaatan (Plural) steht nach einem Zahlwort > 10, sollte aber im Singular stehen.

📚 Klassische islamische Gelehrte widerlegen diesen Vorwurf in:
Al-Qurtubi: Tafsir, S. 1466 | Ibn Manthur: Lissan-ul-Arab, S. 2519 | Al-Baghdadi: Khisanat-ul-Adab, S. 1059

✅ Fazit

Alle von Gott gesandten Propheten haben ihre Prophetenschaft durch Wunder bewiesen. Die Wunder anderer Propheten (Heilung, Meerspaltung) sind uns nur durch Überlieferungen bekannt. Das Wunder des Propheten Muhammad – der Koran – ist das einzige Wunder, das bis heute sichtbar und prüfbar ist. Wer sich unvoreingenommen und tiefgehend damit beschäftigt, wird ihn als Beweis für die Prophetenschaft Muhammads anerkennen.

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