„Wer von euch etwas zu Verabscheuendes sieht, soll es mit seiner Hand verändern, und wenn er dies nicht vermag, so soll er es mit seiner Zunge verändern, und wenn er das nicht vermag, dann mit seinem Herzen – und dies ist das Mindeste am Glauben.“
(Abu Said Al-Khudhri, überliefert von Muslim)
Die Massenmedien spielen in Deutschland eine zentrale Rolle bei der Meinungsbildung. Sie tragen leider oft dazu bei, Vorurteile gegen den Islam zu verstärken – durch Auswahl der Nachrichten, durch Weglassen positiver Informationen und durch Totschweigen von Aussagen, die gegen das gewünschte Bild sprechen.
Unsere Pflicht als Muslime ist es, die öffentliche Meinung über den Islam zu verändern. Das effektivste legale Instrument dafür ist der Leserbrief. Er gibt jedem Einzelnen die Möglichkeit, direkt Einfluss auf Meinungsmacher auszuüben.
Redaktionen unterscheiden zwischen ständigen Schreibern (werden selten ernst genommen) und Lesern, die einmalig ihre persönliche Betroffenheit äußern. Letztere werden meist veröffentlicht und ernst genommen. Daher: Schreibt als Erstschreiber – authentisch und persönlich betroffen.
Gute Sprachkenntnisse sind nicht das Wichtigste – wichtig ist der Inhalt und dass man erkennt: Dieser Mensch hat sich geärgert und fühlt sich diskriminiert.
Leserbrief Nr. 1
Sehr geehrte Damen und Herren,
trotz der so genannten Pressefreiheit in Deutschland beleidigt Ihr Artikel die religiösen Gefühle sehr vieler Menschen. Das Ausmaß dieser Beleidigungen ist nur nachvollziehbar, wenn man sich vorstellen würde, dass man z. B. über amerikanische Kriegstreiber als „christliche Fanatiker“ berichten würde. Ich hoffe, dass Sie sich bald Ihrer Verantwortung als Meinungsmacher bewusst werden.
Leserbrief Nr. 2
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich beziehe mich auf Ihren Bericht vom … Unter dieser Schlagzeile bringen Sie einen Bericht, der von Vorurteilen, Verzerrungen und Falschdarstellungen über den Islam und die Muslime nur so wimmelt. Was ich an Ihrem Artikel vermisse, ist eine strikte Unterscheidung zwischen Glaubensinhalten und dem Fehlverhalten von Menschen / Politikern / Regierungen. Mit dieser Art von Meinungsmache bauen Sie ein Feindbild auf, unter dem die hier lebenden Muslime zu leiden haben.
Leserbrief Nr. 3
Sehr geehrte Damen und Herren,
Als BürgerIn dieses demokratischen Rechtsstaates protestiere ich gegen den Artikel „…“. Das Verbreiten von Halbwahrheiten und sachlich falschen Darstellungen untergraben die mühsam aufgebaute interkulturelle Kommunikation in dieser Republik. Wer Gleichberechtigung und Achtung der Menschenrechte für alle fordert, darf nicht mit zweierlei Maß messen.
ISLAM BEDEUTET FRIEDEN MACHEN – MUSLIM IST EIN MENSCH, DER FRIEDEN MACHT
Als Muslim grüße ich Sie mit dem islamischen Gruß: AS-SALAMU ALAIKUM – Friede sei mit Ihnen.
Leserbrief Nr. 4
Sehr geehrte Redaktion,
seit zehn Jahren lebe ich in Deutschland. Mit Enttäuschung muss ich feststellen, dass das Zusammenleben von Muslimen mit Nichtmuslimen Tag für Tag schwerer wird – und dabei spielen die Medien eine große Rolle. Die falsche Berichterstattung fördert Fremdenhass und Diskriminierung. Mit diesem Brief möchte ich meine Empörung zeigen.
Leserbrief Nr. 5
Haben wir Deutsche denn überhaupt nichts gelernt aus unserer Vergangenheit? Es ist erschreckend, mit welcher Selbstverständlichkeit das Vokabular des Dritten Reiches wieder salon fähig geworden ist. Ich kann nur zu Gott beten, dass unsere islamischen Mitbürger niemals das Schicksal unserer jüdischen Mitbürger erleiden müssen. Wehret den Anfängen!
Ein sehr enttäuschter deutscher Leser