Bismil-lahi-r-rahmani-r-rahim
Alles Lob und Dank gebührt Allah, und Segen und Heil auf dem Gesandten Allahs.
Liebe Geschwister, in der Politik diskutiert man über ein Rauchverbot an öffentlichen Plätzen; in Cafés werden immer mehr Nichtraucher-Zonen eingeführt; auf den Zigarettenpackungen müssen Warnhinweise aufgedruckt sein – und wir Muslime diskutieren immer noch. Und zwar über ein Übel, das sich in fast allen unseren Familien, bei nahen oder fernen Verwandten vorfindet: die Zigarettensucht.
Wir alle kennen die Ansichten und Diskussionen über das Thema Zigaretten: „Zigaretten sind wenn überhaupt nur makruh (verpönt) und nicht haram (verboten)… Im Qur'an und Hadith steht nichts von Zigaretten… Zigaretten berauschen nicht…"
Lügen wir uns aber nicht selbst etwas vor. Denn wie kann etwas, das uns krank macht (was wissenschaftlich unbestritten ist), unsere Mitmenschen belästigt (was jeder Nichtraucher bestätigen kann) und uns pleite macht, von Allah geduldet werden?
Auf den Zigarettenpackungen selbst steht, dass „Rauchen tödlich" ist, „impotent" macht und „Krebs" verursacht. Ein Produkt, auf dessen Packung selbst vor seiner Schädlichkeit gewarnt wird, nicht als Haram anzuerkennen – das ist Selbstbetrug.
Überlegen wir uns, was hinter der Weisheit des Schweinefleischverbots steckt. Schweinefleisch ist nachweislich schädlich für den Menschen und wird uns von Allah im Qur'an klar verboten (Sure 2, Vers 173). Wenn uns das Schwein – das anscheinend nur minimal ungesund erscheint – von Allah verboten wurde, was ist dann erst mit dem Konsum von Dingen, die uns ganz offensichtlich krank machen und unser Leben gefährden?
Wer den Analogieschluss hier nicht selbst erkennt, will nicht verstehen. Also noch einmal für alle, die sagen „im Qur'an steht aber nichts von Marlboro": Versteht die Weisheit hinter dem Verbot von Schweinefleisch!
Ist es nicht lächerlich? Wir werden zum Grillen eingeladen und bestehen auf einem eigenen Grill, damit unser Halal-Fleisch nicht mit Schweinefleisch in Kontakt kommt – aber mit der linken Hand drücken wir eine Kippe zwischen unsere Lippen und pumpen uns eine Wolke aus Teer und anderen Giften in den Körper. Welch eine Heuchelei.
Verbietet Allah uns nicht die Verschwendung (israf)? Jeden Tag vier Euro für eine Packung – würdest du auch jeden Tag vier Euro an die Armen spenden? Ehrlich gesagt: jeden Tag? Wir wollen uns gar nicht erst Gottes Zorn darüber vorstellen, was wir an Geld verrauchen, obwohl es weltweit Hungersnot und Armut gibt.
„Ja, ich hab's verstanden, dass es falsch ist, aber ich bin doch süchtig" – das ist absoluter Quatsch. Sucht heißt, mitten in der Nacht schweißgebadet aufzustehen und eine Kippe rauchen zu müssen. Fragt mal einen Alkoholiker oder Heroin-Abhängigen, was Sucht wirklich bedeutet.
Was würdest du tun, wenn du mit deinem Auto an einer Kreuzung stehst und es ist rot; gegenüber steht ein Streifenwagen und der Polizist guckt zu dir herüber – würdest du einfach über rot fahren? Würdest du nicht! Weil du Angst vor den Konsequenzen hast. Ist dir Allah nicht real genug?
Ramadan, die Fastenzeit, ist eine Schule. Wir schaffen es, bis zum Sonnenuntergang nicht zu rauchen – und verdrängen diese Erfahrung danach wieder. Brüder und Schwestern, Ramadan ist eine Schule! Lasst uns aus ihr lernen. Entscheidet euch: Hört JETZT auf, bittet Allah um Vergebung und bittet Ihn, euch die Kraft zu geben, weiterhinfern zu bleiben.
Liebe Geschwister, wie wollen wir die Muslime aus der Unterdrückung befreien, wenn wir es noch nicht einmal schaffen, uns selbst um Allahs Willen zu befreien?
Möge Allah uns unsere Fehler vergeben und unseren Glauben stärken.
Hakam Ibrahim – Way-to-Allah.com