Der Islam hat im Verlauf der Geschichte einen gewaltigen Beitrag zur menschlichen Zivilisation geleistet. In einer Zeit, als Europa in den „Dunklen Mittelalter“ versank, blühten in der islamischen Welt Wissenschaften, Kunst, Philosophie und Technik.
Der Arzt Ibn Sina (Avicenna, 980–1037) verfasste den Kanon der Medizin, der mehr als 600 Jahre lang das Standardlehrbuch der Medizin in Europa und der islamischen Welt war. Ibn al-Haytham (Alhazen) legte die Grundlagen der modernen Optik. Al-Zahrawi gilt als Vater der modernen Chirurgie.
Al-Chwarizmi entwickelte die Algebra – das Wort selbst stammt aus dem Arabischen. Die arabischen Ziffern, ohne die moderne Mathematik undenkbar wäre, wurden durch muslimische Gelehrte nach Europa übertragen. Al-Biruni berechnete den Erdumfang mit erstaunlicher Genauigkeit.
Muslimische Astronomen katalogisierten Tausende von Sternen – viele ihrer Namen sind bis heute in Gebrauch (Algol, Aldebaran, Betelgeuse). Das Astrolabium, ein präzises Navigationsinstrument, wurde von muslimischen Gelehrten weiterentwickelt und ermöglichte später die großen europäischen Entdeckungsreisen.
Das Haus der Weisheit in Bagdad war im 9. und 10. Jahrhundert das weltweit führende Wissenszentrum. Muslimische Gelehrte übersetzten und bewahrten das Wissen der Antike – von Aristoteles bis Ptolemäus. Ohne diese Übersetzungsleistung wäre ein Großteil des antiken Wissens für die Welt verloren gegangen.
Die Alhambra in Granada, die Blaue Moschee in Istanbul, die Kuppel des Felsens in Jerusalem – islamische Architektur hat die Welt mit Bauwerken beschenkt, die bis heute als Höhepunkte menschlicher Schaffenskraft gelten. Arabische Kalligraphie, Arabesken-Ornamente und Mosaike beeinflussten die Kunst weltweit.
„Die Gelehrten sind die Erben der Propheten.“
(Hadith des Propheten Muhammad, s.a.s.)
„Sucht das Wissen, auch wenn ihr bis nach China reisen müsst.“
(Hadith des Propheten Muhammad, s.a.s.)
Der Islam hat die Suche nach Wissen nicht nur erlaubt, sondern als Pflicht definiert. Dieser Antrieb war die Grundlage der islamischen Blütezeit – und ihr Erbe prägt die Welt bis heute.