Vorweg möchten wir darauf hinweisen, dass es ganz wichtig ist, dass ein Korankritiker mehrere Voraussetzungen erfüllen sollte:
- Er sollte die arabische Sprache verstehen
- Er sollte sich mit den Interpretationen der verschiedenen Gelehrten auskennen und den Koran als zusammenhängendes Werk sehen
- Er sollte nicht einzelne Verse aus einem Kontext ziehen, um die Bedeutung zu verfälschen
- Außerdem sollte er über einen gewissen Intellekt verfügen, um Aussagen zusammenhängend richtig auffassen zu können
① Zeitrechnung der Erschaffung der Erde (6 oder 8 Tage?)
Vorwurf: Wenn man die Zeiten aus den Versen für die Schöpfung zusammen rechnet, kommen da 8 statt 6 Tage raus.
Antwort: Im Arabischen ist klar erkennbar, dass die 2 Tage aus Sure 41:9 in den 4 Tagen des darauf folgenden Verses 41:10 enthalten sind – also denselben Zeitraum beschreiben. Gemäß dem Gelehrten Ibn Kathir: 2 Tage Erschaffung der Erde + 2 Tage für Berge und Nahrung = 4 Tage gesamt, plus 2 Tage für die Himmel = 6 Tage insgesamt.
② Hat ein Tag bei Allah 1.000 oder 50.000 Jahre?
Vorwurf: In Sure 22:47 heißt es „1000 Jahre“, in Sure 70:4 heißt es „50.000 Jahre“.
Antwort: Gemäß Tafsir El Djelaleyn handelt es sich in Sure 70:4 um den Tag der Abrechnung, den die Ungläubigen als 50.000 Jahre lang empfinden werden. Die Aussage in Sure 22:47 bezieht sich auf einen Tag im Jenseits (in der Hölle) = 1.000 Jahre nach unserer Zeitrechnung (Ibn Tabari). Beide Aussagen beschreiben verschiedene Kontexte. Zudem wissen wir heute, dass Zeit relativ ist.
③ Widerspricht der Koran der Glaubensfreiheit?
Vorwurf: Der Koran ruft zum Kampf gegen Ungläubige auf.
Antwort: Die Kritiker reißen Sure 2:191 aus dem Zusammenhang. Der vorangehende Vers 2:190 erklärt eindeutig:
Der Islam garantiert Glaubensfreiheit:
④ Hat Kalif Osman den Koran verfälscht?
Vorwurf: Osman ließ alle anderen Manuskripte vernichten – also gab es verschiedene Versionen.
Antwort: Osman ließ unter strengen Kriterien eine einheitliche Standardausgabe erstellen. Kein einziger Muslim hat in 14 Jahrhunderten die Gültigkeit dieser Koranausgabe bestritten. Orientalisten wie Rudi Paret bestätigten: „Wir haben keinen Grund, anzunehmen, dass auch nur ein einziger Vers im ganzen Koran nicht von Mohammed selber stammt.“
📈 Statistische Wunder als Beweis
Die statistischen Wunder – wie die Spiegelbildlichkeit vieler Wörterpaare (Diesseits/Jenseits je 115-mal, Leben/Tod je 145-mal, Mann/Frau je 24-mal) – beweisen, dass ein Analphabet dieses Buch unmöglich verändern oder fälschen konnte.
🔗 Siehe auch: Keine Wunder im Koran??? (Videoserie)
Quellen: Der Heilige Koran | Tafsir Ibn Kathir, Al-Tabari, Al-Djelaleyn | Prof. Dr. Mahmud Hamdi Zakzouk: „Fragen zum Thema Islam“ | Rudi Paret: Der Koran (Stuttgart 1980)
Von Melek und Adel ben Mohamed Zaghdoud – Way-to-Allah.com