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Korankritik? Widersprüche im Koran?

Erläuterungen zu falsch aufgestellten Thesen von Korankritikern – ein Vortrag von Pierre Vogel, bearbeitet von Way-to-Allah.com

✍️ „Widerlegung der angeblichen Widersprüche im Koran“ – bearbeitet von Way-to-Allah.com

Vorweg möchten wir darauf hinweisen, dass es ganz wichtig ist, dass ein Korankritiker mehrere Voraussetzungen erfüllen sollte:

  1. Er sollte die arabische Sprache verstehen
  2. Er sollte sich mit den Interpretationen der verschiedenen Gelehrten auskennen und den Koran als zusammenhängendes Werk sehen
  3. Er sollte nicht einzelne Verse aus einem Kontext ziehen, um die Bedeutung zu verfälschen
  4. Außerdem sollte er über einen gewissen Intellekt verfügen, um Aussagen zusammenhängend richtig auffassen zu können

① Zeitrechnung der Erschaffung der Erde (6 oder 8 Tage?)

Vorwurf: Wenn man die Zeiten aus den Versen für die Schöpfung zusammen rechnet, kommen da 8 statt 6 Tage raus.

Antwort: Im Arabischen ist klar erkennbar, dass die 2 Tage aus Sure 41:9 in den 4 Tagen des darauf folgenden Verses 41:10 enthalten sind – also denselben Zeitraum beschreiben. Gemäß dem Gelehrten Ibn Kathir: 2 Tage Erschaffung der Erde + 2 Tage für Berge und Nahrung = 4 Tage gesamt, plus 2 Tage für die Himmel = 6 Tage insgesamt.

② Hat ein Tag bei Allah 1.000 oder 50.000 Jahre?

Vorwurf: In Sure 22:47 heißt es „1000 Jahre“, in Sure 70:4 heißt es „50.000 Jahre“.

Antwort: Gemäß Tafsir El Djelaleyn handelt es sich in Sure 70:4 um den Tag der Abrechnung, den die Ungläubigen als 50.000 Jahre lang empfinden werden. Die Aussage in Sure 22:47 bezieht sich auf einen Tag im Jenseits (in der Hölle) = 1.000 Jahre nach unserer Zeitrechnung (Ibn Tabari). Beide Aussagen beschreiben verschiedene Kontexte. Zudem wissen wir heute, dass Zeit relativ ist.

③ Widerspricht der Koran der Glaubensfreiheit?

Vorwurf: Der Koran ruft zum Kampf gegen Ungläubige auf.

Antwort: Die Kritiker reißen Sure 2:191 aus dem Zusammenhang. Der vorangehende Vers 2:190 erklärt eindeutig:

„Und kämpft auf Allahs Weg gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen, doch übertretet nicht! Allah liebt nicht die Übertreter.“Quran 2:190

Der Islam garantiert Glaubensfreiheit:

„Es gibt keinen Zwang im Glauben.“Quran 2:256

④ Hat Kalif Osman den Koran verfälscht?

Vorwurf: Osman ließ alle anderen Manuskripte vernichten – also gab es verschiedene Versionen.

Antwort: Osman ließ unter strengen Kriterien eine einheitliche Standardausgabe erstellen. Kein einziger Muslim hat in 14 Jahrhunderten die Gültigkeit dieser Koranausgabe bestritten. Orientalisten wie Rudi Paret bestätigten: „Wir haben keinen Grund, anzunehmen, dass auch nur ein einziger Vers im ganzen Koran nicht von Mohammed selber stammt.“

📈 Statistische Wunder als Beweis

Die statistischen Wunder – wie die Spiegelbildlichkeit vieler Wörterpaare (Diesseits/Jenseits je 115-mal, Leben/Tod je 145-mal, Mann/Frau je 24-mal) – beweisen, dass ein Analphabet dieses Buch unmöglich verändern oder fälschen konnte.

🔗 Siehe auch: Keine Wunder im Koran??? (Videoserie)

Quellen: Der Heilige Koran | Tafsir Ibn Kathir, Al-Tabari, Al-Djelaleyn | Prof. Dr. Mahmud Hamdi Zakzouk: „Fragen zum Thema Islam“ | Rudi Paret: Der Koran (Stuttgart 1980)

Von Melek und Adel ben Mohamed Zaghdoud – Way-to-Allah.com

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