Mondsichtung – ein Thema, das alle Muslime spaltet

Interview mit Prof. Dr. Mohammad Hawari, Vorsitzender des Diwan – 10. September 2007

Der Diwan ist ein deutscher islamischer wissenschaftlicher Ausschuss zur Bestimmung des Neumondes. Er wurde ins Leben gerufen, um eine verbindliche Aussage für alle Muslime in Deutschland über den Beginn und das Ende des Fastenmonates Ramadan machen zu können. Das Komitee beschäftigt sich mit der islamischen Zeitrechnung, bestimmt die Feiertage und den Mondkalender und erarbeitet auch Gebetszeiten für nördliche Regionen über 49 Grad Breitengrad. Der Diwan gehört zum Zentralrat der Muslime und arbeitet eng mit dem Europäischen Rat für Fatwa und Islamische Studien zusammen.

Der Diwan trifft seine Entscheidungen unabhängig von Saudi-Arabien: Während die Saudis mit bloßem Auge schauen, nutzen sie zusätzlich astronomische Berechnungen. Im vergangenen Jahr stellte sich heraus, dass der Diwan die korrekte Entscheidung über den Ramadanbeginn getroffen hatte – Saudi-Arabien hatte falsch entschieden.

Beschluss 17/4 des Europäischen Rates für Fatwa

17. Tagung – Sarajevo, 15.–19. Mai 2007

Beschlüsse des Scharia-/Astronomie-Treffens London 1984

Prof. Hawari: „Es gibt in Europa 37 Millionen Muslime, die einen gemeinsamen Ausschuss bräuchten, der alle Zeitfragen koordiniert. Momentan orientiert sich leider jeder Verband an unterschiedlichen Meinungen. Nur in Frankreich, Belgien und Holland sind alle Muslime unter einem exekutiven Ausschuss zusammengefasst.“

Adel und Melek · Way to Allah e.V.