Der Diwan ist ein deutscher islamischer wissenschaftlicher Ausschuss zur Bestimmung des Neumondes. Er wurde ins Leben gerufen, um eine verbindliche Aussage für alle Muslime in Deutschland über den Beginn und das Ende des Fastenmonates Ramadan machen zu können. Das Komitee beschäftigt sich mit der islamischen Zeitrechnung, bestimmt die Feiertage und den Mondkalender und erarbeitet auch Gebetszeiten für nördliche Regionen über 49 Grad Breitengrad. Der Diwan gehört zum Zentralrat der Muslime und arbeitet eng mit dem Europäischen Rat für Fatwa und Islamische Studien zusammen.
Der Diwan trifft seine Entscheidungen unabhängig von Saudi-Arabien: Während die Saudis mit bloßem Auge schauen, nutzen sie zusätzlich astronomische Berechnungen. Im vergangenen Jahr stellte sich heraus, dass der Diwan die korrekte Entscheidung über den Ramadanbeginn getroffen hatte – Saudi-Arabien hatte falsch entschieden.
17. Tagung – Sarajevo, 15.–19. Mai 2007
- Die Astronomie hat ein hohes Maß an Genauigkeit bei der Berechnung der Laufbahnen von Erde und Mond erlangt, das jeden Zweifel ausschließt.
- Die Konjunktion (lineares Zusammentreffen von Sonne, Erde und Mond) signalisiert astronomisch das Ende des vorigen und den Anfang des neuen Mondmonats. Sie kann Jahre im Voraus berechnet werden.
- Ein neuer Mondmonat beginnt nach Scharia-Definition, wenn: (a) die Konjunktion stattgefunden hat und (b) der Monduntergang später erfolgt als der Sonnenuntergang – Maßstab sind die Zeiten von Mekka.
- Muslime in Europa sollten die Anfangsdaten von Ramadan und Schawwal im Voraus festlegen – dies erleichtert die Erfüllung gottesdienstlicher Pflichten.
- Wenn astronomische Berechnungen eine Konjunktion ausschließen, darf einer behaupteten Sichtung nicht gefolgt werden.
- Muslime müssen sich bemühen, den Mond zu sichten – und danach handeln.
- Wurde der Mond in einem anderen islamischen Land glaubwürdig gesichtet und wird dies durch astronomische Berechnungen bestätigt, sollte man dieser Sichtung folgen.
- Widerspricht eine Sichtung den astronomischen Berechnungen, sollte ihr nicht gefolgt werden.
Prof. Hawari: „Es gibt in Europa 37 Millionen Muslime, die einen gemeinsamen Ausschuss bräuchten, der alle Zeitfragen koordiniert. Momentan orientiert sich leider jeder Verband an unterschiedlichen Meinungen. Nur in Frankreich, Belgien und Holland sind alle Muslime unter einem exekutiven Ausschuss zusammengefasst.“