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Islam-Literatur aus erster Hand – ein Erfordernis der Zeit

Warum islamische Literatur aus erster Hand so wichtig ist – ein Beitrag von Nuria Ahlefeld

Kein Zweifel – gerade in letzter Zeit hat der Islam immer mehr das Interesse der breiten Öffentlichkeit auf sich gezogen:

Das vermehrte Interesse für den Islam beruht aber nicht nur auf dem Wunsch, die Handlungsweisen besser zu verstehen, es hat zum Teil auch andere Ursachen: Die zunehmende Orientierungslosigkeit in einer Gesellschaft, die immer weniger bereit ist, überkommene Normen und Wertvorstellungen als gegeben zu akzeptieren, und die sich zunehmend an Konsum und an materiellen Werten ausrichtet, veranlasst immer mehr – vor allem junge Menschen – nach neuen ideellen Richtlinien zu suchen.

Diesem wachsenden Interesse entspricht ein steigendes Angebot an Information über den Islam: Die Medien berichten in Schrift, Bild und Ton über die religiösen Motive und Hintergründe politischer Tagesereignisse; Autoren und Journalisten schreiben über Sitten und Gebräuche der islamischen Welt und analysieren die Ursachen der sogenannten „Islamischen Renaissance“; Orientalisten setzen sich unerмüdlich mit dem Islam auseinander, und nicht zuletzt die Kirchen bemühen sich, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Islam und Christentum aufzuzeigen.

Das geistige Produkt all dieser Bemühungen ist jedoch leider nicht zufriedenstellend: Die von Nicht-Muslimen verfassten Artikel, Abhandlungen, Bücher usw. enthalten oft gravierende Fehler, die nicht selten beim Leser völlig falsche Vorstellungen erwecken und häufig zu einem gänzlich verzerrten Bild des Islam führen – ganz zu schweigen von jener tendenzösen Berichterstattung, die in mittelalterlicher Kreuzzugsmentalität düstere Visionen vom Untergang des Abendlandes heraufbeschwört.

Es ist offensichtlich, dass die Pflege von Klischees und Vorurteilen, die der Zeit des Kolonialismus entstammen, wohl kaum dazu geeignet sein kann, einen Zugang zum Islam zu ermöglichen – derjenigen Religion, die ihre Anhänger für ein Dreivierteljahrtausend zum führenden Kulturvolk der Welt werden ließ, die zu einer Kulturblüte führte, die auch das Abendland vielfältig und nachhaltig beeinflusste.

Es ist genauso offensichtlich, dass die Aufklärungsarbeit über den Islam, seine Kultur und Geschichte, so wie sie tatsächlich sind, nur von den Muslimen selbst geleistet werden kann – und zwar insbesondere von jenen Muslimen, die nicht nur ihre Religion und die islamische Welt kennen, sondern die auch mit der Denkweise und den Gegebenheiten der westlichen Welt ausreichend vertraut sind, um Nicht-Muslimen eine fremde Gedankenwelt nahebringen zu können. Dabei muss es in erster Linie darum gehen, die Religion des Islam selbst darzulegen.

Dies hat sich die Islamische Bibliothek zur Aufgabe gemacht.

– von Nuria Ahlefeld