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Der Gottesbegriff im Islam

Allah – der Eine, Einzige, Ewige. Gottes Attribute, die Einheit Gottes (Tauhid) und die Haltung des Gläubigen

🌟 Der Name Allah

Es ist eine bekannte Tatsache, dass jede Sprache einen oder mehrere Ausdrücke hat, die sich auf Gott beziehen und manchmal auch auf niedrigere Gottheiten. Das ist nicht der Fall mit dem Wort Allah. Allah ist der persönliche Name des Einen wahren Gottes. Nichts außer Ihm kann Allah genannt werden.

Das Wort hat grammatikalisch gesehen weder Mehrzahl noch Geschlecht. Dies zeigt die Einzigartigkeit im Vergleich mit dem Wort „Gott", aus dem man grammatikalisch die Mehrzahl „Götter" und die weibliche Form „Göttin" machen kann. Es ist interessant festzustellen, dass Allah der persönliche Name Gottes im Aramäischen – der Sprache Jesu und einer Schwestersprache des Arabischen – ist.

Der Islam meint mit dem Begriff Gott den Einen einzigen und wahrhaften Gott. Für Muslime ist Gott der Allmächtige, Schöpfer und Erhalter des Universums, dem nichts gleich ist und mit dem nichts vergleichbar ist. Der Prophet Muhammad (Friede und Segen seien auf ihm) wurde von Zeitgenossen über Allah befragt; die Antwort kam direkt von Gott selbst in der Form einer kurzen Sure des Qur'an, die als der Grundzug der Einheit oder als Grundsatz des Monotheismus angesehen wird:

„Sprich (oh Muhammad): Er ist Allah, der Einzige. Allah der Ewigseiende. Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt. Und es gibt niemanden, der Ihm gleicht."
Quran 112:1–4 (Surah Al-Ikhlas)

Nichtmuslime behaupten, dass Gott im Islam ein harter und grausamer Gott sei, der vollen Gehorsam verlangt. Er sei nicht liebevoll und nicht freundlich. Nichts kann weiter von der Wahrheit entfernt sein als diese Behauptung. Es genügt zu wissen, dass – bis auf eine Ausnahme – jede der 114 Suren des Qur'an folgendermaßen beginnt:

„Im Namen Allahs, des sich Erbarmenden, des Barmherzigen!"
Basmala – Einleitung von 113 der 114 Koransuren

Der Prophet Muhammad (Friede und Segen seien auf ihm) sagte: „Gott ist liebevoller und freundlicher als eine Mutter zu ihrem lieben Kind." Aber Gott ist auch gerecht. Daher müssen Übeltäter und Sünder ihren Anteil an Strafe haben und die Tugendhaften in den Genuss der Freigebigkeit Gottes kommen.

„Siehe, für die Gottesfürchtigen sind bei ihrem Herrn Gärten der Wonne. Sollen wir etwa die Muslime wie die Sünder halten? Wie urteilt ihr!"
Quran 68:34–36

Der Islam lehnt es ab, Gott in irgendeiner menschlichen Gestalt zu charakterisieren oder Ihn bildlich darzustellen. Er schuf die Menschen als gleichwertige Geschöpfe. Sie konnten sich auszeichnen und Seine Gunst nur durch Tugend und Frömmigkeit erwerben. Die Behauptungen, dass Gott am siebten Tag der Schöpfung geruht habe, dass Gott mit einem Seiner Soldaten gerungen hätte, oder dass Gott in irgendeinem Menschen fleischgeworden sei – all dies wird vom islamischen Standpunkt als Gotteslästerung betrachtet.

🔵 Gottes Attribute

Wenn der Schöpfer immerwährend und ewigbleibend ist, dann müssen Seine Eigenschaften auch immerwährend und ewigbleibend sein. Er soll weder irgendeine Seiner Eigenschaften verlieren, noch neue erwerben. Wenn das so ist, dann sind Seine Eigenschaften vollkommen. Kann es mehr als einen Schöpfer mit solchen vollkommenen Eigenschaften geben? Kann es z.B. zwei absolut mächtige Schöpfer geben? Das Nachdenken darüber zeigt, dass dies unmöglich ist.

„Allah hat keine Kinder erzeugt, und es ist kein Gott bei Ihm; sonst würde jeder Gott an sich genommen haben, was er erschaffen, und einer hätte sich über den anderen erhoben. Preis sei Allah! (Er ist erhaben) ob dem, was sie von Ihm aussagen."
Quran 23:91
„Gäbe es in beiden (dem Himmel und der Erde) Götter außer Allah, so wären beide verdorben. Doch Preis sei Allah, dem Herrn des Throns, (der erhaben ist) ob dem, was sie aussagen."
Quran 21:22

Der Schöpfer muss eine andere Natur haben als die Dinge, die er erschuf, weil wenn er dieselbe Natur hätte wie sie, dann müsste er zeitlich sein und einen Schöpfer brauchen. Die Schlussfolgerung davon lautet:

„Nichts ist gleich Ihm."
Quran 42:11

Wenn der Schöpfer nicht zeitlich ist, dann muss Er immerwährend sein. Und wenn Er immerwährend ist, dann kann Er nicht hervorgerufen worden sein, und wenn nichts Ihn hervorbrachte, dann kann nichts außer Ihm veranlassen, weiter zu existieren. Dies bedeutet, dass Er in-sich-selbst-genügend ist.

„Er ist der Erste und der Letzte."
Quran 57:3
„Allah ist der Schöpfer aller Dinge, und Er ist aller Dinge Schützer. Sein sind die Schlüssel der Himmel und der Erde."
Quran 39:62–63
„Kein Geschöpf auf Erden gibt es, dessen Versorgung nicht Allah obliegt, und Er kennt seine Stätte und seinen Ruheplatz."
Quran 11:6

☝️ Die Einheit Gottes (Tauhid)

Wir werden im Qur'an an die Falschheit aller angeblichen Götter erinnert. Diejenigen, die von Menschen gemachte Objekte anbeten, werden im Qur'an gefragt:

„Er (Abraham) sprach: ‚Dient ihr dem, was ihr aushauet?'"
Quran 37:95
„Sprich (oh Muhammad): ‚Habt ihr euch denn außer Ihm (Allah) Beschützer angenommen, die selbst sich weder nützen noch schaden können?'"
Quran 13:16

Im Qur'an wird die Geschichte von Abraham für die Anbeter von himmlischen Körpern angeführt:

„Und da die Nacht ihn überschattete, sah er einen Stern. Er sprach: ‚Das ist mein Herr.' Als er aber unterging, sprach er: ‚Nicht liebe ich, was untergeht.' Und als er den Mond aufgehen sah, sprach er: ‚Das ist mein Herr.' Und als er unterging, sprach er: ‚Wahrlich, wenn mich nicht mein Herr leitet, so bin ich einer der Irrenden.' Und als er die Sonne aufgehen sah, sprach er: ‚Das ist mein Herr; das ist größer.' Als sie jedoch unterging, sprach er: ‚O mein Volk, ich habe nichts mit euren Göttern zu schaffen. Siehe, ich wende mein Angesicht lauteren Glaubens zu dem, der die Himmel und die Erde erschaffen, und nicht gehöre ich zu denen, die (Gott) Gefährten geben.'"
Quran 6:76–79

🙏 Die Haltung des Gläubigen

Es ist notwendig, an die Einheit Gottes zu glauben, um ein Muslim zu sein, d.h. um sich Gott zu ergeben in dem Sinne, dass Er der einzige Schöpfer, Bewahrer, Erhalter usw. ist. Aber dieser Glaube – der Tauhid ar-Rububiyyah genannt wird – ist nicht genug. Zu Tauhid ar-Rububiyyah muss Tauhid al-Uluhiyyah hinzugefügt werden, d.h. man akzeptiert die Tatsache, dass Gott allein würdig ist, angebetet zu werden, und daher enthält man sich, irgendetwas anderes anzubeten.

Der Prophet Muhammad (Friede und Segen seien auf ihm) sagte: „Glaube ist, was fest im Herzen wohnt und durch Taten bewiesen wird." An erster Stelle unter jenen inneren Zuständen ist das Gefühl der Dankbarkeit Gott gegenüber, was der Geist der Ibadah (des Gottesdienstes) genannt werden kann. Das Gefühl der Dankbarkeit ist so wichtig, dass ein Ungläubiger Kafir genannt wird – d.h. einer, der die Wahrheit bestreitet und auch undankbar ist.

Im Qur'an wird das Gefühl der Dankbarkeit durch das wiederholte Erwähnen der Attribute Gottes verstärkt:

„Er ist Allah, außer dem es keinen Gott gibt; er kennt das Verborgene und das Sichtbare. Er ist der sich Erbarmende, der Barmherzige. Er ist Allah, außer dem es keinen Gott gibt: der König, der Heilige, der Friede, der Verleiher der Sicherheit, der Beschützer und Bewacher, der Allmächtige, der Unterwerfer, der Erhabene. Preis sei Allah, (der erhaben ist) ob dem, was sie Ihm beigesellen. Er ist der Schöpfer, der Gestalter, der Former (der jedem Ding seine Gestalt und Form gibt). Sein sind die schönsten Namen. Ihn preist, was in den Himmeln und was auf Erden ist, denn Er ist der Allmächtige, der Allweise."
Quran 59:22–24
„Allah! Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Lebendigen, dem Ewigen! Weder Müdigkeit überkommt Ihn noch Schlaf. Ihm gehört, was in den Himmeln und was auf Erden ist. Wer ist es, der bei Ihm Fürsprache einlegen könnte außer mit Seiner Ermächtigung? Er weiß was vor ihnen liegt und was hinter ihnen; sie aber begreifen nichts von Seinem Wissen außer was Er will. Sein Thron umfasst die Himmel und die Erde und es fällt Ihm nicht schwer, sie (beide) zu bewahren. Und Er ist der Hohe, der Erhabene."
Quran 2:255 (Ayat al-Kursi)
„O Volk der Schrift, überschreitet nicht euren Glauben und sprechet von Gott nur die Wahrheit. Der Messias Jesus, der Sohn von Maria, ist der Gesandte Gottes und er ist Sein Wort, das Er in Maria legte, und Geist von Ihm. So glaubet an Gott und Seinen Gesandten und sprechet nicht: ‚Drei' (seid keine Tritheisten). Sehet ab davon, gut ist es für euch. Gott ist nur ein einiger Gott; Preis Ihm (Er ist erhaben), dass Ihm ein Sohn sein sollte! Ihm gehört was in den Himmeln und was auf Erden, und Gott genügt als Beschützer."
Quran 4:171
📌 Quelle: Entnommen aus World Assembly of Muslim Youth (WAMY)