📖 Einführung in den Islam
Der Islam ist die Religion der vollkommenen Unterwerfung unter den Einen GOTT, ALLAH. Die Muslime glauben an den Islam als ewig gültige Botschaft, die Allah den Propheten, Friede sei mit ihnen allen, aufgetragen hat und nicht etwa als neues Bekenntnis, das mit dem Propheten Muhammad, Friede sei mit ihm, seinen Anfang nahm.
Das arabische Wort Islam bedeutet soviel wie „Erlangung von Frieden durch Unterwerfung unter Allah". Das Wort Muslim wird abgeleitet vom Substantiv Islam und bedeutet „jemand, der durch seine Unterwerfung unter Allah zu vollkommenem Frieden gelangt ist."
Die Muslime glauben an den Einen, ewigen GOTT, Der die Himmel und die Erde geschaffen hat und alles was existiert. Er ist der Gott Abrahams, Moses und Jesu, Friede sei mit ihnen allen. Die Muslime glauben nicht, dass Muhammad der einzige Prophet war; vielmehr glauben sie, dass er der letzte der Propheten war.
🕌 Die fünf Säulen des Islam
Der Islam legt fünf grundsätzliche Pflichten fest, die alle Muslime einzuhalten haben und die das Gebäude oder die Säulen seines Glaubens ausmachen.
- Das Glaubensbekenntnis (Shahada)
Den Glauben an die Einheit Allahs und das Ablegen des Bekenntnisses zu diesem Glauben mit den folgenden Worten: „Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah, und ich bezeuge, dass Muhammad Sein Diener und Sein Gesandter ist." - Das Gebet (Salat)
Die fünf täglichen Gebete vor Sonnenaufgang, zur Mittagszeit, am Nachmittag, nach Sonnenuntergang und in der Nacht. Diese fünf täglichen Gebete helfen dem Muslim, sich im Alltagsleben ständig der Gegenwart Allahs bewusst zu sein. Sie sind eine ständige Erinnerung an die Allgegenwärtigkeit und Allmacht Allahs und helfen dem Betenden, nicht vom rechten Pfad abzuweichen. - Die Almosensteuer (Zakat)
Die Wohltätigkeit gegenüber den Mitmenschen. Der Islam legt großen Wert auf Großzügigkeit und Mildtätigkeit als Mittel zur Läuterung der eigenen Seele und zur Annäherung an Allah. Dem Muslim ist auferlegt, freiwillige Gaben zu verteilen, wenn immer es ihm möglich ist; doch ist es seine Pflicht, einmal jährlich eine Almosen-Steuer von etwa 2,5 Prozent seines Kapitalvermögens zu geben, die an Arme und Bedürftige geht. Die Zakat versetzt die Muslim-Gemeinde in die Lage, sich all ihrer Mitglieder anzunehmen und zu gewährleisten, dass niemand des grundsätzlichen Rechts auf ein menschenwürdiges Dasein beraubt wird. - Das Fasten (Sawm)
Das Fasten während des Ramadan, dem neunten Monat im islamischen Kalender. Dieses Fasten ist allen Muslimen vorgeschrieben, die gesund sind und das Reifestadium erreicht haben. Das Fasten im Ramadan beginnt vor Anbruch der Morgendämmerung und dauert bis nach Sonnenuntergang. Während dieser Zeit enthält sich der Muslim des Essens, Trinkens und des Geschlechtsverkehrs. Das Fasten lehrt den Muslim Selbstdisziplin und Beherrschung und läutert gleichzeitig Seele und Körper, und es stärkt das Gottesbewusstsein. - Die Pilgerfahrt (Hajj)
Die Pilgerfahrt nach Mekka ist allen Muslimen zumindest einmal im Leben zur Pflicht gemacht, sofern sie gesund sind und die finanziellen Mittel dafür aufbringen können. Die jährliche Wallfahrt nach Mekka ist eines der größten Ereignisse in der islamischen Welt, weil sie Muslime aller Rassen und Länder der Erde zusammenführt. Dieses große Erlebnis im Leben eines Muslims hilft ihm, Allah näher zu kommen.
✨ Die Glaubensartikel des Islam
Tauhid – Die Einheit Gottes
Das wichtigste Konzept des Islam und die Quelle aller seiner anderen Prinzipien ist die Einheit Gottes (Tauhid). Der Islam stellt Monotheismus in reinster Form dar.
Der Islam lehrt, dass es einen grundsätzlichen Unterschied gibt zwischen Allah, dem Schöpfer, und dem, was Er geschaffen hat. Die Himmel, der Mond, die Sterne, die Harmonie und Vollkommenheit in der Natur, die Anmut und Schönheit des menschlichen Körpers – all diese Dinge deuten auf etwas hin, das größer ist als sie selbst.
Für den Gläubigen sind dies alles Zeichen (Ayaat) Allahs. Der Islam lehrt jedoch, dass Allah mit nichts von dem, was Er erschaffen hat, gleichgesetzt werden darf. Er ist ALLMÄCHTIG, ALLWISSEND; Er steht über jeglicher Unvollkommenheit. Er ist ALLGÜTIG und ALLMITLEIDSVOLL.
Allah – Der Eine Gott
Der Islam lehrt, dass Allah immer da ist. Er wurde nie gezeugt und hat auch Seinerseits weder Sohn noch Tochter gezeugt. Der Islam weist das Konzept einer Inkarnation Gottes, das im Hinduismus, Christentum und in anderen Religionen zu finden ist, energisch zurück.
Der Islam lehnt die Auffassung, dass Jesus, Friede sei mit ihm, Sohn Gottes gewesen sei, entschieden ab. Vielmehr wird er als einer von Allahs großen Gesandten und Propheten der Kinder Israels geehrt und geachtet. Ebenso lehnt der Islam das Konzept der Dreieinigkeit ab, weil er es als im Widerspruch zum reinen Monotheismus stehend betrachtet.
Freier Wille und Verantwortung
Obwohl die Muslime glauben, dass Allah ALLMÄCHTIG ist und dass Ihm die gesamte Schöpfung absolut untertan ist, glauben sie gleichzeitig, dass Allah den Menschen mit freiem Willen und der Fähigkeit, entsprechend zu wählen und zu handeln, erschaffen hat.
Es ist falsch zu behaupten, dass der Islam seine Anhänger lehrt, sich unterwürfig und tatenlos in das zu ergeben, was immer ihr Schicksal sein mag. Vielmehr fordert der Islam die Gläubigen dazu heraus, gegen Unrecht und Unterdrückung anzukämpfen und sich mit allen Kräften für die Aufrechterhaltung von Recht und Gerechtigkeit einzusetzen.
Glaube an die Heiligen Schriften und Propheten
Die Muslime glauben an den göttlichen Ursprung des Alten und Neuen Testaments, wobei sie allerdings die historische Einheit einiger Teile bezweifeln und annehmen, dass diese keine genaue Wiedergabe dessen darstellen, was Allah ursprünglich offenbart hat.
Die Muslime glauben an die Engel Allahs und an Seine Propheten, Friede sei mit ihnen. Sie glauben an die Wiederauferstehung der Toten am Jüngsten Tag; sie glauben an den Tag des Gerichts und an das Ewige Leben im Paradies oder in der Hölle.