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Wie kann ich zum Islam übertreten?

Die Schritte und die Voraussetzungen, um Muslim zu werden – Das Glaubensbekenntnis und die fünf Säulen des Islam

☝️ Die zwei Glaubensbekenntnisse (Schahaadataan)

Um an die islamische Lehre zu gelangen und Muslim zu werden, brauchst du eigentlich keine bestimmten rituellen Vorführungen an bestimmten Orten und vor bestimmten Menschen durchzuführen. Denn der Islam ist das direkte und unmittelbare private Zusammentreffen zwischen dem Diener und seinem Schöpfer, ohne Vermittler zwischen ihnen.

Du brauchst auch keine großartige Kraft oder Mühe um Muslim zu werden. Es sind sehr einfache Worte, mit großartiger Bedeutung, die derjenige, der Muslim werden will, aussprechen muss, um in den Islam einzutreten:

„Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt und Muhammad Sein Diener und Gesandter ist."
Arabisch: „Asch-hadu an laa ilaaha illa-Allah wa Asch-hadu anna Muhammadan ʿabdu-llāhi wa rasūlu-h"

Dies ist der Schlüssel, der die Tür zum Islam öffnet. Wer sie ausspricht, hat sich von jeder anderen Religion oder Glauben, die das Gegenteil vom Islam vertreten, distanziert. Es steht ihm alles Recht zu, was Muslimen zusteht, und die Pflichten werden seine Pflicht. Dadurch wird sein Blut und sein Vermögen und seine Ehre (Würde) als unantastbar erklärt.

Was bedeutet das erste Bekenntnis?

Muslime glauben an den Einen, Einzigen, Unvergleichlichen Gott, der keinen Sohn oder Partner hat und dass niemand angebetet werden darf, außer ihm alleine. Er ist der Wahre Gott, und jede andere Gottheit ist falsch. Im Quran beschreibt Gott sich selbst:

„Sprich: Er ist Gott, ein Einziger. Gott, der Unabhängige, von Dem alles abhängt. Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt worden, und Ihm ist keiner ebenbürtig."
Quran 112:1–4

Gott allein ist der Allmächtige, der Schöpfer, der Alleinherrscher und der Erhalter jeder Sache. Er ist der Allhörende, der Allsehende und der Allwissende. Nichts auf der ganzen Welt passiert, außer mit seinem Willen.

Das arabische Wort Allah bedeutet Gott – der Eine und Einzige Wahre Gott, der das gesamte Universum erschaffen hat. Auf Aramäisch, der Sprache die Jesus gewöhnlich sprach, wird Gott auch als Allah bezeichnet.

Was bedeutet das zweite Bekenntnis?

Im zweiten Teil des Glaubensbekenntnisses wird gesagt, dass Muhammad Allahs Diener und Gesandter ist – und der letzte in der Reihe der Gesandten, das Siegel der Propheten:

„Muhammad ist nicht der Vater irgendjemandes von euren Männern, sondern Allahs Gesandter und das Siegel der Propheten. Und Allah weiß über alles Bescheid."
Quran 33:40
„Und er redet nicht aus (eigener) Neigung. Es ist nur eine Offenbarung, die eingegeben wird."
Quran 53:3–4

🌿 Weitere Glaubensgrundlagen

Glaube an die Engel

Muslime glauben an die Existenz der Engel und dass sie ehrenvolle Geschöpfe sind. Die Engel dienen Gott alleine, gehorchen ihm und handeln nur auf seinen Befehl hin. Einer der Engel ist Gabriel, der Muhammad (ﷺ) den Quran herab gebracht hat.

Glaube an Gottes herab gesandte Bücher

Muslime glauben, dass Gott seinen Gesandten Bücher als Beweis und Rechtleitung für die Menschheit herab sandte. Eines dieser Bücher ist der Quran, den Gott dem Propheten Muhammad (ﷺ) herab gesandt hat. Gott versichert den Schutz des Quran von jeglicher Verfälschung:

„Wahrlich, Wir selbst haben diese Ermahnung herab gesandt, und sicherlich werden Wir ihr Hüter sein."
Quran 15:9

Glaube an die Propheten und Gesandten Gottes

Muslime glauben an die Propheten und Gesandten Gottes, beginnend mit Adam, sowie Noah, Abraham, Ismael, Isaak, Jakob, Moses und Jesus (Friede sei mit ihnen). Aber Gottes letzte Botschaft an die Menschen wurde dem Propheten Muhammad (ﷺ) offenbart. Muslime glauben, dass alle Propheten und Gesandte menschliche Geschöpfe sind, die keinerlei göttliche Eigenschaften besitzen.

Glaube an den Tag des Gerichts

Muslime glauben an den Tag des Gerichts (Tag der Wiedererweckung), wenn alle Menschen von Gott wieder auferweckt werden und er unter ihnen gemäß ihres Glaubens und ihrer Taten richten wird.

Glaube an Al-Qadar (die göttliche Vorherbestimmung)

Muslime glauben an Al-Qadar, die göttliche Vorherbestimmung. Aber diese bedeutet nicht, dass der Mensch keinen freien Willen besäße. Der Mensch hat einen eigenen Willen mit dem er zwischen richtig oder falsch auswählen kann. Der Glaube an Al-Qadar schließt vier Dinge mit ein:

  1. Gott weiß alles. Er weiß, was geschah und was geschehen wird.
  2. Gott hat alles niedergeschrieben, was geschehen ist und was geschehen wird.
  3. Alles, was Gott will, dass es geschieht, geschieht auch so.
  4. Gott ist der Schöpfer aller Dinge.

🕌 Die fünf Säulen des Islam

Um Muslim zu sein, muss man nach den fünf Säulen des Islam leben. Die fünf Säulen des Islam bilden den Rahmen des Lebens eines Muslims:

1
Das Glaubensbekenntnis (Schahaadah)
Das Bezeugen, dass es keinen Gott außer Allah gibt und dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist – der Schlüssel zum Islam.
2
Das Gebet (Salat)
Muslime verrichten fünf Gebete am Tag. Das Gebet im Islam ist die direkte Verbindung zwischen dem Gläubigen und Gott – ohne Vermittler. Die Gebete werden in der Morgendämmerung, am Mittag, am Nachmittag, bei Sonnenuntergang und in der Nacht verrichtet. Ein Muslim kann fast überall beten.
3
Zakat geben (Unterstützung der Bedürftigen)
Die eigentliche Bedeutung des Wortes Zakat ist „Reinigung" und „Wachstum". Zakat geben bedeutet, 2,5% des Besitzes (auf Gold, Silber und Bargeld das ein Mondjahr im Besitz ist) an bedürftige Menschen zu spenden. Unser Besitz wird dadurch gereinigt.
4
Fasten im Monat Ramadan (Sawm)
Jedes Jahr im Monat Ramadan fasten Muslime von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Dabei halten sie sich von Essen, Trinken und Geschlechtsverkehr fern. Fasten ist förderlich für die Gesundheit, wird jedoch hauptsächlich als Methode der geistigen Selbstreinigung betrachtet.
5
Pilgerfahrt nach Mekka (Hajj)
Die jährliche Pilgerfahrt ist einmal im Leben Pflicht für die, die körperlich und finanziell in der Lage dazu sind. Über zwei Millionen Menschen kommen jedes Jahr aus allen Ländern der Erde nach Mekka. Männliche Pilger tragen einfache Kleidung, die jegliche Unterscheidung nach Klassen unmöglich macht – alle stehen gleich vor Gott.

✅ Die 7 Voraussetzungen der Schahaadah

  1. Überzeugung (Iqrar): Es gibt keinen Schöpfer für das Diesseits außer Allah.
  2. Totale Überzeugung (Yaqin): Frei von irgendwelchen Zweifeln. Man darf nicht unsicher sein oder zögern.
    „Die (wahren) Gläubigen sind ja diejenigen, die an Allah und Seinen Gesandten glauben und hierauf nicht zweifeln..."
    Quran 49:15
  3. Die Akzeptanz (Qabul): Die Glaubensbekenntnisse annehmen und nicht ablehnen.
  4. Die Umsetzung (Inqiyad): Sie praktizieren, indem man den Geboten Allahs folgt und das Verwerfliche unterlässt.
    „Wer sich Allah völlig hingibt und dabei Gutes tut, der hält sich an die festeste Handhabe."
    Quran 31:22
  5. Die Ehrlichkeit (Sidq): Man soll ehrlich damit sein und nicht mit dem Mund bekennen, was das Herz nicht glaubt.
  6. Die Aufrichtigkeit (Ikhlas): Man soll Allah gegenüber aufrichtig sein.
    „Und nichts anderes wurde ihnen befohlen, als nur Allah zu dienen und dabei Ihm gegenüber aufrichtig in der Religion zu sein..."
    Quran 98:5
  7. Die Liebe (Mahabba): Barmherzigkeit und Erbarmen gegenüber Allahs Gesandten, Seinen Statthaltern und Seinen guten Dienern.

🚿 Nach dem Aussprechen der Schahaadah

Wenn man das Glaubensbekenntnis ausgesprochen hat, folgt die Ganzwaschung (Ghusl) mit reinem Wasser und dann das Verrichten des Gebets mit zwei Gebetseinheiten (2 Raka'as).

Manche Gelehrte sagen auch, dass man sich vor dem Glaubensbekenntnis bereits waschen sollte und nach dem Bekenntnis dann 2 Raka'as betet.

📌 Quellen: islam-guide.com & islamland.com

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