✨ Glückliche Zusammenhänge
Alle Namensgebungen des Propheten Muhammad (ﷺ) und der ihm Nahestehenden sind keinem Zufall überlassen; denn in der Glaubenslehre gibt es keinen Zufall. Die Namen des Propheten Muhammad (ﷺ) – zu ihnen gehören u. a. Ahmad und Mahmud – sind von Allah für ihn vorherbestimmt gewesen und aus derselben Wurzel mit derselben Bedeutung entstanden.
Sein Großvater väterlicherseits gab ihm den seiner Mutter eingegebenen Namen „Muhammad" und sagte dabei: „Ich wollte damit, dass Allah ihn im Himmel lobt und Seine Geschöpfe ihn auf Erden loben."
Allah benennt nach ihm im Qur'an die Sure Muhammad, Nr. 47, und nennt ihn „Ahmad" im Vers 6 der Sure 61. Im Arabischen ist das Wort „Muhammad" das Partizip Passiv des zweiten Stammes von „Hamada" (loben, preisen) und heißt „der des Lobes Würdige, der Vielgepriesene". Die erste Sure des Qur'an beginnt mit den Worten „Al-Hamdu lillah" (Alles Lob gebührt Allah).
Dem Propheten (ﷺ) selbst werden folgende Worte zugeschrieben: „Wundert ihr euch denn nicht, wie Allah von mir die Schmähungen und den Fluch der Quraisch abwenden? Sie schmähen mich und nennen mich einen ‚Tadelnswerten'; ich aber bin ein Muhammad."
📋 Die Namen der Nahestehenden
Die folgende Tabelle zeigt, wie die Namen aller dem Propheten (ﷺ) Nahestehenden eine tiefe symbolische Bedeutung tragen – kein Zufall, sondern göttliche Fügung:
| Person | Name (Arabisch) | Bedeutung |
|---|---|---|
| Vater | Abdullah | Diener Allahs |
| Mutter | Amena Bint Wahb | Die Friedfertige, Tochter des himmlischen Geschenks; Beiname: „Amena Az-Zuhriyya" – die Friedfertige, die Reine wie eine Blume |
| Großmutter mütterlicherseits | Hala | Lichthof |
| Hebamme bei der Geburt | As-Sifa' Bint 'Auf | Die Heilskraft, Tochter des Wohlbefindens |
| Erste Amme (außer Mutter) | Tuwaiba | Die kleine Bescherung |
| Pflegemutter nach dem Tod der Mutter | Baraka (Umm Aimen) | Segen; Beiname: Mutter des Glücksbringenden |
| Stillamme | Halima As-Sa'idiyya | Die Sanftmütige aus dem Stamm „Söhne der Glückseligkeit" (Banu Sa'd) |
| Milchschwester | As-Sifa' | Die Heilskraft (gleicher Name wie die Hebamme) |
Die besonderen Jahre
Das Jahr, in dem die Mutter Muhammads mit ihm schwanger wurde, hieß bei den Arabern „'Amu-l-Fath" (Das Jahr der Eröffnung), weil in diesem Jahr die Felder grün wurden und die Pflanzen sehr gediehen und die lange Dürrezeit damit endete.
Das Geburtsjahr Muhammads hieß bei den Arabern „'Amu-l-Fil" (das Elefantenjahr), in dem Allah das Heer des Abraha, der mit einem Elefanten nach Makkah zog um die Al-Ka'ba zu zerstören, vernichtete.
Geburt und Tod – beide am gleichen Tag
Muhammad (ﷺ) wurde am Montag, den 12. Rabi'u-l-awwal im „Elefantenjahr" (23. April 571 n. Chr.) geboren und starb ebenfalls am Montag, den 12. Rabi'u-l-awwal im Jahr 11 der Hijra (3. Juni 633 n. Chr.).
Außer Muhammad (ﷺ) gibt es keinen Menschen, dessen Dasein Allah durch so viele glückliche Zusammenhänge ausgezeichnet hat.
🌿 Segen bei der Stillamme
Halima As-Sa'idiya, die Stillamme Muhammads, erzählte, wie sie und andere Frauen des Stammes ihre Heimat verließen, um sich als Ammen fremde Säuglinge zu suchen. Hier ihre Erzählung:
„Es war damals ein Jahr der Dürre, das uns nichts mehr zum Leben ließ. Bei uns hatten wir eine alte Kamelin, die keinen Tropfen Milch mehr gab. Nachts konnten wir nicht schlafen, weil unser Kind vor Hunger weinte. Meine Brust war leer und auch das Euter der Kamelin. Doch wir hofften, dass Regen kommen und unsere Reise ein glückliches Ende nehmen würde.
Ich ritt auf meiner Eselin; sie war aber so schwach und abgemagert, dass ich den Zug der Karawane verzögerte und den anderen zur Last fiel. Endlich erreichten wir Mekka und suchten nach Säuglingen. Auch Muhammad wurde einer jeden von uns angeboten, doch lehnten wir alle ab, als wir erfuhren, dass er ein Waisenkind war; wollten wir doch den Lohn vom Vater und sprachen deshalb: ‚Ein Waise! Was können seine Mutter und sein Großvater uns schon geben!'
Schließlich hatten alle Frauen, die mit mir gekommen waren, einen Säugling, nur ich nicht. Als wir uns zum Aufbruch sammelten, bat ich deshalb meinen Mann: ‚Bei Allah, ohne einen Säugling kehre ich mit meinen Gefährtinnen nicht zurück! Lass mich deshalb jenes Waisenkind holen und es mitnehmen!'
‚Ich habe nichts einzuwenden', entgegnete er, ‚vielleicht wird Allah uns dafür segnen.' So holte ich Muhammad allein aus dem Grunde, weil ich kein anderes Kind gefunden hatte.
Nachdem ich mit ihm zu unserem Gepäck zurückgekehrt war, setzte ich ihn auf meinen Schoß und – siehe da – meine Brüste gaben so viel Milch, wie er nur wollte. Er und auch mein eigener Sohn tranken, bis sie gestillt waren und einschliefen. Dabei hatten wir vorher mit unserem Kind nie Schlaf gefunden. Und als mein Mann zu jener alten Kamelin ging, da war auch sie voll mit Milch. Er molk, soviel wir beide trinken konnten, und wir verbrachten eine gute Nacht.
Wir brachen auf. Ich ritt auf meiner Eselstute und trug Muhammad bei mir. Und, bei Allah, mein Reittier lief nun so schnell, dass meine Begleiter mit ihren Eseln nicht mehr mithalten konnten. Meine Gefährtinnen riefen mir zu: ‚O Tochter des Abu Du'aib, nimm doch Rücksicht auf uns! Ist das denn nicht dieselbe Eselin, mit der du von zu Hause aufgebrochen bist?' ‚Doch, bei Allah, sie ist es!', erwiderte ich. Sie aber wunderten sich und sprachen: ‚Wahrlich, Großes wird mit ihr geschehen.'
Dann erreichten wir unsere Lagerplätze im Gebiet unseres Stammes Banu Sa'd. Ich kenne, bei Allah, kein unfruchtbareres Land als dieses, doch als wir nun mit Muhammad ankamen, kehrten meine Ziegen und Schafe am Abend fett und voll mit Milch von der Weide zurück. Indes, während wir molken und tranken, fanden die anderen in den Eutern ihrer Herden keinen Tropfen.
Zwei Jahre lang erfuhren wir Allahs Gnade, bis ich Muhammad entwähnte. Er wuchs heran wie kein anderer Junge und war bereits ein kräftiges Kind. Als wir ihn einmal zu seiner Mutter brachten, fürchtete ich nach all dem Segen, den wir durch ihn erfahren hatten, dass sie ihn nicht mehr bei uns lassen würde, und bat sie deshalb: ‚O lasse ihn doch bei mir, bis er größer ist; denn ich habe Angst um ihn wegen der Pest in Mekka.' Wir drangen so lange in sie, bis sie ihn mir wieder mitgab."
Autor: Muhammad Ibn Ahmad Ibn Rassoul
Verlag: Islamische Bibliothek
ISBN: 3-8217-0181-1