🍲 Halima und der Segen der Milch
Der Knabe wurde traditionsgemäß einer Amme übergeben, deren Name Halima war, vom Stamme der Banu Saʿd. Unverzüglich soll sie wieder reichlich Milch gehabt haben, sowohl für ihr Pflegekind wie auch für ihr eigenes. Ihr trockenes Land grünte wieder, die Palmen trugen Früchte und das Vieh wurde fett. Auch ihre alte Eselin erwachte zu neuem Leben, und eine Kamelstute, deren Milch fast versiegt war, gab nun genug Trank für die ganze Familie.
🏠 Verloren und gefunden in Mekka
Halima soll den Knaben einmal im Menschengedränge der Straßen von Mekka verloren haben, als sie ihn zu seiner Mutter zurückbringen wollte; Waraqa ibn Naufal und ein anderer Quraishi sollen ihn gefunden haben. Waraqa hob ihn auf seine Schultern, umkreiste mit ihm die Kaaba und machte Duʿaʾ für ihn.
🔮 Die Prophezeiung des Sehers
Als Halima mit dem Kind das Fest von ʿUkaz besuchte, erblickte ein Seher (ʿArraf) vom Stamm der Hudail den Jungen und rief: „Ihr Leute von Hudail, ihr Araber hierher! Tötet jenen Knaben!“ Da schlich sich Halima mit dem Kinde davon, und die Umstehenden fragten den Seher: „Was ist denn mit jenem Knaben?“ Er erwiderte:
💖 Die Öffnung der Brust
Am Anfang der Sure 94 wird auf ein weiteres Wunder hingewiesen mit den Worten:
Der Prophet erzählt von dieser Erfahrung aus seiner Kindheit:
Al-Baihaqi berichtet im ersten Band der Dalaʾil an-Nubuwwa detailreich von der „Brustöffnung“: So tragen die beiden Engel ein kostbares Gefäß mit Schnee, mit dem sie „auf angenehme Art“ sein Herz waschen. Das, was sie aus ihm herausholen, war ein mit Blut gefüllter schwarzer Punkt, der „Anteil des Satans“, den sie durch ein Siegel aus Licht ersetzen, um ihn darauf vorzubereiten, die göttliche Offenbarung rein und unbefleckt aufzunehmen.
⚖️ Schwerer als sein ganzes Volk
Nachdem sie seine Brust wieder verschlossen hatten, sagte der Eine: „Wäge ihn gegen zehn von seinem Volke!“ Aber er wog sie auf, ebenso, als sie es mit hundert und tausend versuchten. Daraufhin sagte der Andere:
🏋 Die Begegnung mit dem Eremiten Bahira
Im Alter von dreizehn Jahren durfte er seinen Onkel Abu Talib auf einer Karawanenreise nach Syrien begleiten. Dort lebte ein Eremit namens Bahira, der eine Wolke in Form eines weißen Vogels bemerkte, die der Karawane zu folgen schien, die er vom Fenster seiner Behausung beobachtete. Er wusste aus den Schriften, die er las, von der Ankündigung eines Propheten nach Jesus, deshalb bereitete er rasch Essen zu und eilte hinaus, um die Reisenden einzuladen. Als er schließlich den jungen Muhammad kennenlernte, erkannte er in ihm den erwarteten Gesandten Allahs.