Amalia Rehman (USA, geboren in Israel)
Tochter eines israelischen Unabhängigkeitskämpfers – 43 Jahre alt, lebt in Texas – vor über 20 Jahren zum Islam konvertiert – verheiratet mit dem Pakistani Habib, fünf Kinder
Bevor sich die Sonne am östlichen Horizont zeigt, versammelt Amalia Rehman ihren Mann Habib und ihre Kinder im Wohnzimmer für das erste Gebet des Tages. „Allahu akbar“ ruft ihr Sohn Moosa, während sich alle mit dem Gesicht nach Mekka aufstellen.
🏷 Eine israelische Kindheit
Amalia hat eine amerikanische, jüdische Mutter und einen israelischen Vater. Als Teenager kämpfte ihr Vater Abraham Zadok in einer Untergrundarmee, die die Gründung des Staates Israel 1948 voranbrachte. Obwohl ihre Eltern aus religiösen Familien kamen, erzogen sie Amalia als traditionelle, nicht-orthodoxe Jüdin.
Sie versuchte über das Judentum zu lernen, später sogar Talmudkurse an der Universität von Chicago, aber fand nie die Antworten, die sie suchte. „Juden zitieren nicht die Thora; sie folgen den Rabbinern, nicht dem Wort Gottes… Das war zu unklar. Es war nicht die Wahrheit.“
🌍 Die Begegnung mit Arabern
Nach dem College zog sie nach Kalifornien und freundete sich mit einer Gruppe arabischer Männer an. „Ich hatte eine sehr schlechte Meinung über Araber“, sagt sie. „Man erzieht die Juden so, dass sie diese schlechte Meinung haben.“ Trotzdem fühlte sie sich zu ihnen und ihrem Glauben hingezogen: „Eine Sache, die mir auffiel: Sie waren sehr gut zueinander. Und oh, wie gern wollte ich Teil davon sein.“
Ein Bericht im Fernsehen über eine Sache, die als Zeichen der Endzeit gedeutet wurde, weckte ihr scholastisches Feuer wieder: „Allah ging mich an, wie ich angegangen werden musste – durch meine Neugier, meinen Hunger nach Wissen.“
⚠︑ Der Bruch mit der Familie
Eines Tages sprach sie die Worte: „Ich denke darüber nach, Muslim zu werden.“ Ihre Familie hat diese Freude nicht geteilt. „Ich mag keine Muslime“, erklärt ihr Vater Abraham in abgehacktem Englisch. „Die sind die untere Schicht der Gesellschaft.“ Ihre Mutter sprach nie wieder mit ihr und starb Jahre später ohne Versöhnung.
Der Kontakt zu ihren Brüdern blieb auf einem Minimum. „In ihren Köpfen ist es wie ein Betrug; sie sehen es nicht als eine Sache des Glaubens.“
🏭 Eine neue Ehe, ein erblühender Glaube
Jahre später traf Amalia Habib, einen muslimischen Pakistani, neun Jahre älter als sie. Mit der Segnung dieser neuen Ehe begann ihr Glaube zu erblühen. Heute bezeichnen sie und ihr Vater ihre Beziehung als „gut“, was vor allem Abrahams neuer Ehefrau Annette zu verdanken ist, die selbst vom Christentum zum Judentum konvertiert ist.
🌟 Die Wahrheit gefunden
„Im Alter von 7 betete ich zu Gott, dass ich die gescheiteste Person der Welt werde, die alles weiß“, sagt sie heute. „Ich kann zum ersten Mal im Leben sagen, dass ich nicht alles weiß, aber dass ich die Wahrheit kenne.“
Sie ist sich heute auch der schwierigen Position bewusst, die ihre Konversion zu persönlichen Spannungen mit ihrer Identität als geborene Israeli macht: „Als Muslimin, wie ich heute bin, sehe ich mich im Besitz von Jerusalem, nicht als ich Jude war.“
Trotz aller Umständlichkeit in ihrem Leben hat Amalia inneren Frieden gefunden. „Was für eine lange Reise war es, um zu diesem ultimativen Traum zu gelangen, den man als Kind hatte.“