Elena Safiyaah Shromova (Russland)
Aufgewachsen im sowjetischen Fernen Osten, geprägt von Pionieren und Atheismus – Studium in Russland und später in Hannover, Deutschland – fand den Islam über eine italienische Sprachlehrerin
🏭🇺🇩 Pioniere und Babushkas
„Mein Sohn, hast du denn Gott im Himmel gesehen?“, fragte eine alte Babushka den Kosmonauten Juri Gagarin. So bin ich aufgewachsen: Pioniere, rote Flaggen, Atheismus, Vater Stalin, Vater Lenin. Wir bemalten Eier zu Ostern – aber es war verboten, dies in der Schule zu erzählen, denn der begehrte Pioniertitel wäre dann schwer zu bekommen.
Als sich später alles veränderte und die „Väter“ entehrt waren, gewann die Kirche an Prestige – doch diese Massen-Kircheneuphorie ließ mich unberührt. Meine Logik weigerte sich, die Idee von Gott, der einen Sohn hat, zu akzeptieren.
❓ Die Frage nach dem Sinn
Es gab Momente einer fürchterlichen Todesangst, die an eine Depression grenzte: „Wofür lebe ich dann? Wofür soll ich mich anstrengen?“ Ich konnte nie sagen „Ich glaube nicht an Gott“. Ich fühlte, dass ich doch glaubte – ich wollte fühlen, glauben und sicher sein und in Frieden leben.
✐️ 10.000 Kilometer nach Hannover
Ich komme aus einem sehr entfernten Ort in Russland – Japan, Korea und China sind meiner Heimatstadt näher als Moskau. 10.000 Kilometer musste ich bis nach Hannover reisen, damit ich meine Liebe zu Allah finden konnte. Ist das nicht ein Wunder? Subhan Allah!
Ein türkischer Student erklärte mir einmal: „Im Islam sagen wir, dass jeder Mensch wie ein sauberes Blatt Papier geboren wird. Alles, was du im Leben tust, wird auf diesem Blatt aufgeschrieben, und Allah alleine kann entscheiden, ob Er dir vergibt oder nicht.“ Ich war fasziniert – das war das erste Mal, dass die Diskussion nicht in der Sackgasse endete.
📖 Das Buch über den Propheten
Ich verliebte mich in einen Muslim, der selbst nicht praktizierte, aber etwas innerlich sehr Starkes besaß, das mir fehlte. Nach unserer Trennung kaufte ich ein Buch über das Leben des Propheten Muhammad – und wollte mehr lernen.
🏭 Nura, die Italienerin mit Kopftuch
Ich suchte einen Italienischlehrer und wählte eine Telefonnummer von einem Brett an der Universität. Die Frau sagte mir, ich würde sie leicht erkennen, weil sie ein Kopftuch trägt. „Ich hielt nicht viel von ihnen und dachte immer, sie hätten eine schlechte Ausbildung.“
Dann traf ich Nura. „Sie hatte Licht, Strahlen in ihrem Gesicht, das von innen kam, masha'Allah!“ Wir sprachen mehr über den Islam als wir Italienisch lernten.
🌟 Die ersten Seiten des Quran
„Ich war überwältigt von Glück und Freude, weil ich sofort, mit dem Lesen der ersten Seiten, verstand, dass das die Wahrheit ist, die ich schon so lange gesucht hatte.“ Diese Worte gingen direkt in mein Herz, und ich fühlte Frieden.
Ich kann mich erinnern, wie ich eines Tages bei der Arbeit saß und so ein absolutes Glück fühlte, dass meine Kollegen gedacht hätten, ich sei verliebt. Und ich empfand tatsächlich eine tiefe Liebe für Allah.
✅ Die Antwort auf alle Fragen
Ich bete, ich trage den Hijab, ich faste im Ramadan, und ich weiß überhaupt nicht, wie ich ohne dies alles früher gelebt habe.
„Alles kommt von Allah. Ich war einsam, und Er gab mir eine wunderschöne Ummah; ich war krank, und Er heilte mein Herz; ich war verloren, und Er gab mir die Rechtleitung; meine Seele hatte Hunger, und Er gab ihr Nahrung. Al-hamdu lillah!“