Schwester Fatima
Christlich erzogen, Ordensschwester auf Probe im Kloster, später Missionarin in Tansania – nach einem Autounfall von muslimischen Frauen gepflegt – Konversion durch das Lesen des Quran in einer Nacht
Mit ca. 11/12 Jahren las ich das erste Mal die Bibel. Sie hat einen bleibenden Eindruck auf mich gemacht, ich beschloss, die Gebote Gottes zu halten und eine Frau zu werden, die gottgefällig lebt. Ich begann täglich in der Bibel zu lesen und suchte die Gemeinschaft Gleichgesinnter.
❓ Erste Zweifel
Mir fiel auf, dass einige Dinge in der Ausübung der heutigen Religion im Widerspruch zur Bibel stehen. Da waren die bildlichen Darstellungen wie „Jesuskörper am Kreuz“, Figuren von Engeln und Heiligen aus Stein und Holz, welche sich in dem Gebetshaus, der Kirche, befanden.
Mit 17 Jahren begann ich dann zu fasten, um Gott näher zu sein, und meine Gebetszeiten wurden immer länger, sodass ich morgens schon um fünf Uhr aufstand, um die Bibel zu lesen und meine Bittgebete zu sprechen.
Mehr und mehr hinterfragte ich jedoch auch bestimmte Praktiken, wie die Verehrung der Eucharistie und der Monstranz, als auch die Trinitätslehre der Dreieinigkeit – unvereinbar mit der Einheit Gottes. Diese Themen beschäftigten mich so sehr, dass ich nachts nicht schlafen konnte.
🏫 Der Frauenorden
Nach meiner Ausbildung als Gärtnerin entschied ich mich, auf Probe in einen Frauenorden ins Kloster zu gehen, gegen den Willen meiner Familie. Doch je tiefer ich in die Gemeinschaft eintauchte, desto weniger konnte ich ihr folgen; ich empfand es als Götzendienst, mich vor einer Monstranz hinzuknien und sie anzubeten.
„Mein Innerstes schien mich zu zerreißen, mein Gewissen sagte mir, dass hier etwas nicht richtig ist.“ Als ich dann noch einer Jesus-Holzfigur die Füße küssen sollte, war mir klar, dass die Aufrichtigkeit meines Glaubens hier verloren geht. Nach 14 Monaten verließ ich das Kloster.
🌍 Tansania – und der Unfall
So ging ich nach Ostafrika, Tansania, auf eine Missionsstation der weißen Väter, hoch in den Bergen mit Blick auf den Kilimandscharo. Bei einer Fahrt in die Stadt hatten wir, der Pater und ich, einen schrecklichen Autounfall, der Jeep überschlug sich mehrmals, und der Pater starb an den Folgen des Unfalls.
Es dauerte eine Weile, bis die anderen Missionare uns fanden, während dieser Zeit pflegten und versorgten mich muslimische Frauen. So erzählten sie mir über ihren Glauben und über das Leben ihres Propheten, über ein Buch, was direkt von Gott, durch den Engel Gabriel, den Menschen offenbart wurde. Immer wieder wiesen sie mich darauf hin, den Qurʾan zu lesen, und so musste ich ihnen das Versprechen geben, dies auch zu tun.
📖 Eine Nacht, die alles veränderte
Ich erwarb eine Qurʾan-Übersetzung, zog mich in mein kleines Zimmer im Studentenwohnheim zurück und begann nun endlich, dieses Buch zu lesen. „Die Worte im Qurʾan fesselten mich so, dass ich das Buch erst am frühen Morgen zur Seite legte, völlig erschöpft von meinem inneren Kampf, den ich die ganze Nacht geführt hatte.“
Mein Körper zitterte, ich hatte beim Lesen der Verse geweint und gelacht, gebetet, gedankt, gestaunt und war zutiefst erschüttert, weil ich erkannte, dass dieses Buch ohne Zweifel wahrhaftig ist. Ich sagte immer wieder, während ich in der Übersetzung las: „Ja, so ist es, ja, genau so ist es!“
In jener Nacht bezeugte ich auf die für mich beste Art, dass es keinen Gott gibt außer Gott, und den Islam als meinen Weg akzeptiere.
🌟 Absolute Hingabe
„Ich war geboren, um meinem Schöpfer zu dienen – das ist der Sinn und Zweck meines Daseins.“ Kein Vermittler, kein Abbild weder aus Holz noch aus Gold, keine Sündenvergebung außer durch Allah, kein Mysterium, kein Dogma, was nicht mit dem Verstand nachzuvollziehen war – absolute Hingabe an den Schöpfer.
Ich lernte beten mit vielen kleinen Zetteln überall verteilt, um die arabischen Texte zu üben. Ich habe meinen Weg gefunden und das Ziel vor Augen.
Wassalamu aleikum, Schwester Fatima