Natassia M. Kelly (USA)
Aufgewachsen in einer praktizierenden christlichen Familie – Kirchenchor, Bibelunterricht – sprach im Alter von 15 Jahren die Schahada
❓ Glaube ohne Glauben
Ich bin von meiner Kindheit an im Glauben an Gott aufgewachsen. Es gab Zeiten, wo ich mich Gott nahe fühlte. Aber bald bemerkte ich, dass dieses Gefühl der Nähe verschwand, sobald ich Gott um nichts mehr bat. Mir wurde bewusst, dass, obwohl ich glaubte, mir der Glaube fehlte.
Ich fragte einmal meine Mutter, zu wem ich beten sollte, Jesus oder Gott. Da ich glaubte, meine Mutter habe Recht, betete ich zu Jesus und maß ihm alle guten Dinge bei.
⚠️ Auf dem Weg zur Hölle?
Nach Monaten der Suche wurde mir bewusst, dass ich, wenn ich an das Christentum glaubte, daran glaubte, zur Hölle verbannt zu sein. Mir wurde erzählt, dass mir durch die einfache Bestätigung, dass Jesus mein Herr und Erlöser sei, das ewige Leben garantiert sei. Aber ich ging nie den Seitengang hinunter zu den ausgestreckten Händen des Pastors. „Mir wurde gesagt, dass ich versuchte, Gott mit Logik zu erfassen… Das war das Problem: Ich hatte keinen Glauben.“
📖 Das Buch über den Dialog
Eine Freundin drückte mir ein Buch in die Hand: „The Muslim-Christian Dialogue“. Ich schäme mich zu sagen, dass ich während meiner ganzen Suche nicht ein einziges Mal eine andere Religion in Betracht gezogen hatte. Mein Wissen über den Islam bestand nur aus Missverständnissen und Stereotypen.
Im Monat Ramadhan konnte ich jeden Freitag beim Fastenbrechen und Quranlesen in der örtlichen muslimischen Gemeinde dabei sein. „Ich bewunderte, dass jemand im Glauben so viel Sicherheit haben und dem folgen konnte.“
🌟 Disziplin statt blindem Glauben
Der Glaube war für mich nicht die einzige wichtige Sache. „Ich sehnte mich nach Disziplin, nach einer Ordnung, nach der ich mein Leben einrichten konnte. Ich wollte wissen, wie man sich verhalten muss, um die Zufriedenheit Gottes zu erreichen.“ Ich fing an zu fühlen, dass mir das Christentum das nicht geben konnte, aber der Islam.
⚠︑ Versuchungen und Träume
Drei Jahre lang war ich hin und hergerissen. Früh im Februar 1997 wurde mir bewusst, dass der Islam wahr und richtig war – doch ich wollte keine übereilten Entscheidungen treffen. In dieser Zeit hatte ich zwei Alpträume, in denen Satan mich zu sich rief. Meine Freundin vermutete, dass Satan vielleicht gekommen war, um mich von der Wahrheit wegzuführen.
✅ Die Schahada
Am 19. März 1997 rezitierte ich die Schahada für mich selbst. Dann am 26. März sagte ich sie vor Zeugen und wurde offiziell Muslima. „Ich kann gar nicht sagen, wie glücklich ich darüber war. Ich habe schließlich meinen Seelenfrieden gefunden.“
🏆 Jihad gegen die Entmutigung
In einer vorwiegend christlichen Gesellschaft danach zu streben, ein guter Muslim zu sein, ist schwer – innerhalb einer christlichen Familie zu leben sogar noch schwerer. Jemand erzählte mir einmal, ich wäre besser dran als diejenigen, die im Islam geboren worden sind, denn ich musste die Größe und Gnade Gottes erst finden, erforschen und erfahren.
„Ich habe verstanden, dass siebzig Jahre auf dieser Erde nichts sind im Vergleich zum ewigen Leben im Paradies.“