Terry C. Holdbrooks Jr. – Mustafa Abdullah
Ehemaliger US-Soldat und Wächter im Militärgefängnis Guantánamo Bay – konvertierte dort zum Islam – aus Tempe, Arizona
🏈 Aufgewachsen ohne Halt
Terry Holdbrooks wuchs bei heroinsüchtigen Eltern und später bei seinen Großeltern auf. Mit 19 trat er der Armee bei – „um endlich Ordnung in sein Leben zu bringen.“ Er schrieb: „Ich wollte auf keinen Fall so werden wie meine Eltern.“
🏭 Guantánamo: Wo alles begann
Im Juni 2003 wurde seine Einheit nach Guantánamo Bay verlegt. Dort sollte er die „Schlimmsten der Schlimmsten“ bewachen. Doch Holdbrooks erlebte etwas anderes als erwartet: Er bemerkte, dass die Häftlinge trotz Schlafentzug, Folter und Demütigung aufrecht wirkten – und kein schlechtes Wort über die Amerikaner verloren.
Besonders beeindruckt war er von Ahmed Errachidi, einem Häftling, der in London als Koch gearbeitet hatte und trotz allem Fassung und Würde bewahrte. Errachidi sagte eines Tages: „Ich werde dafür beten, dass dir vergeben wird.“
📖 Der Koran hinter Gittern
Nachts, wenn wenig zu tun war, begann Holdbrooks im Koran eines Häftlings zu lesen. „Der Koran ist von allen heiligen Büchern, die ich gelesen habe, am einfachsten zu verstehen“, sagt er. „Da war sie – die Ordnung, die ich immer gesucht hatte.“
🏭 Die Schahada hinter Gittern
Eines Nachts, ein halbes Jahr nach seiner Ankunft, setzte sich Holdbrooks vor Errachidis Zelle und bat ihn, das islamische Glaubensbekenntnis abzunehmen. Der Häftling schrieb ihm die Worte in Lautschrift auf einen Zettel und reichte sie ihm durchs Gitter. Dann weckte er seinen Zellennachbarn als Zeugen.
Der Soldat las die Worte ab: „Es gibt keinen Gott außer Gott, und Mohammed ist sein Prophet.“
Es war 0.49 Uhr. „Wäre ich nicht nach Guantánamo gekommen, wäre ich heute kein Muslim“, sagt Terry Holdbrooks. Die Häftlinge nannten ihn von nun an Mustafa Abdullah.