Dies ist ein Wunder, das Allah dem Propheten zum Trost schenkte, weil innerhalb kurzer Zeit erst seine geliebte Gemahlin Hadiga und dann sein Onkel, die ihm immer Halt und Unterstützung gegeben hatten, verstarben. Das Wunder wird im Quran erwähnt:
🌠 War es eine körperliche Reise oder nur ein Traum?
Einer Überlieferung zufolge verbrachte der Prophet jene Nacht im Hause seiner Tante Ummu Hany. Manche stellen die Frage, ob es sich um eine echte Abwesenheit handelte oder nur um eine geistige Reise. Der Gelehrte at-Tabari räumt alle Zweifel aus dem Weg:
- Der Prophet tritt seine Reise auf einem Reittier an, das seinem Führer Jibril folgt.
- Es wird ausdrücklich gesagt, dass Allah Seinen Diener reisen lässt – nicht nur seinen Geist.
- Die Mushrikin hätten sich nicht so vehement dagegen gewehrt, ihm zu glauben, wenn es sich nur um einen Traum gehandelt hätte, da im Traum alles möglich ist.
Abu Bakr (r.a.) hörte von dem Wunder und sagte: „Wenn er das tatsächlich gesagt hat, glaube ich daran. Wieso sollte ich so etwas anzweifeln, wenn ich glaube, dass er Offenbarungen vom Himmel bekommt?“ Seitdem trägt er den Titel as-Siddiq, der Wahrhaftige.
🌚 Der Verlauf der Reise
Allah hatte Jibril (a.s.) befohlen, Muhammad (ﷺ) um Mitternacht aufzusuchen. Der Engel führte ihm das Reittier al-Buraq vor. In „Lichtgeschwindigkeit“ trug es den Propheten zunächst zum Sinai – wo Allah einst zu Moses gesprochen hatte – und dann weiter nach Jerusalem.
In der al-Aqsa-Moschee warteten bereits alle anderen Propheten. Muhammad (ﷺ) betete als Imam mit ihnen. Drei Becher wurden ihm gereicht: Wasser, Wein und Milch. Er wählte die Milch, und Jibril versprach ihm: „Du wirst rechtgeleitet werden und dein Volk mit Dir.“
⭐ Die Himmelfahrt (Al-Miʿraj)
Im Anschluss stieg der Prophet über eine schöne Leiter in die Himmel auf. In jedem Himmel begegnete er einem Propheten:
- 1. Himmel: Adam (a.s.) – der die Seelen der Menschen beurteilt
- 2./3. Himmel: ʿIsa und Yahia (a.s.)
- 4. Himmel: Yusuf (a.s.)
- 5. Himmel: ʿIdris (a.s.)
- 6. Himmel: Harun (a.s.)
- 7. Himmel: Musa (a.s.) – und schließlich Ibrahim (a.s.) im höchsten Himmel
Der Prophet wurde ins Paradies geführt und trat dann in die direkte Gegenwart Allahs ein – ohne Vermittler. Allah machte zunächst 50 Gebete täglich zur Pflicht.
📚 Die Fünf Gebete werden festgesetzt
Beim Abstieg traf der Prophet Musa (a.s.) wieder. Musa riet ihm: „Deine Anhänger werden nicht in der Lage sein, fünfzig Mal am Tag zu beten. Ich schwöre bei Allah, dass ich schon Menschen vor deiner Zeit geprüft habe. Gehe zurück zu deinem Herrn und bitte Ihn, es leichter zu machen.“
Der Prophet stieg mehrfach auf und ab, bis Allah schließlich 5 Gebete bestimmte. Die göttliche Aussage dazu: „Es besteht aus 5, doch ist es gleichwertig mit 50. Ich ordere euch 5 Gebete am Tag an, aber ihr bekommt die Belohnung von 50 dafür.“
Dieses Ereignis – Al-Israʾ waʾl-Miʿraj – zeigt die einzigartige Stellung des Gebets im Islam: Kein anderer Befehl wurde durch eine solche unmittelbare Begegnung mit Allah übermittelt.